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05. März 2016

Glyphosat: Pervertierte Landwirtschaft

 Von 
Schon im Januar 2014 forderten Demonstranten in Berlin, Glyphosat zu verbieten.  Foto: imago

Die Mehrheit der Deutschen ist mit dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat belastet. Es ist das Sinnbild einer pervertierten Landwirtschaft. Die deutsche Politik muss deshalb das Pflanzengift stoppen. Ein Kommentar.

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Drei von vier Deutschen haben fünfmal mehr Glyphosat im Urin, als dem geltenden Grenzwert zufolge im Trinkwasser enthalten sein darf. Mit diesem Untersuchungsbefund bestätigt die Heinrich-Böll-Stiftung frühere Testergebnisse, die auf eine verbreitete Belastung der Bevölkerung mit dem Unkrautvernichtungsmittel hinwiesen.

Erst vor wenigen Tagen konnte Glyphosat auch in verschiedenen deutschen Biersorten nachgewiesen werden, ebenfalls in Mengen deutlich oberhalb des Trinkwassergrenzwerts. Dabei geht es nicht um alberne Zahlenspiele, wie viel Liter Bier getrunken werden müssten, bevor die Substanz ihre vermutlich krebserregende Wirkung entfaltet. Es geht um ihre Allgegenwart, um die Summe vieler kleiner Aufnahmemengen, um deren Nachweis selbst im Körper unserer Kinder.

Und es geht um das Wesen des Stoffes: einer Chemikalie, entwickelt vom Agrokonzern Monsanto, die alle Pflanzen tötet – nur gentechnisch manipulierte nicht, die ebenfalls aus den Laboren von Monsanto stammen.

Glyphosat ist das Sinnbild einer pervertierten Landwirtschaft, die industriellen Ertragsinteressen folgt und auf Umwelt und Gesundheit der Bevölkerung pfeift. Kommende Woche werden die EU-Staaten abschließend darüber beraten, ob Glyphosat für weitere 15 Jahre zugelassen wird. Die Bundesregierung wird dann Farbe bekennen müssen, wessen Belange ihr wichtiger sind.

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