New York. Es ist lange her, dass ein Auto der zu General Motors gehörenden Marke Buick so viel Furore gemacht hat. "Vergessen Sie die letzten 30 Jahre", begeistert sich Angus MacKenzie. "Buick ist zurück", fügt der Chefredakteur des einflussreichen Magazins Motor Trend hinzu - und lobt ein Auto, das den Namen Buick Regal trägt und genau besehen unamerikanisch daherkommt. Hinter ihm verbirgt sich der Opel Insignia.
Das Modell soll die angestaubte Buick-Marke retten. Schließlich muss GM so nachhaltig Gewinne erwirtschaften, um die ungeduldigen Anteilseigner zu beruhigen - die Steuerzahler. Denn GM gehört seit der Rettung im vorigen Jahr mehrheitlich dem Staat. Viele Amerikaner sind wegen der Einmischung der Regierung sauer. Auch deshalb soll GM so schnell wie möglich wieder an die Börse gebracht werden. Dafür aber müssen Bilanz und Zukunftsaussichten stimmen.
Bei Ford sparen sich die Marketing- Manager mittlerweile die aufwendige Mehrmarken-Strategie. "One Ford, one Team" heißt die Losung, mit der Ford-Boss Alan Mulally punkten will. Alle Autos des US-Konzerns sollen das blau-ovale Logo tragen. Konsequenterweise hat Mulally fast alle Töchter, die nicht zu der Strategie passen, verkauft: Jaguar, Land Rover, Aston Martin, Volvo. Die US-Tochter Mercury soll demnächst offenbar ganz sterben, dann bleibt neben der Kernmarke Ford nur noch Lincoln übrig.
Große Hoffnungen setzt Mulally auf Modelle, die in Europa ihre Wurzeln haben: Der Fiesta rollt bereits zu den US-Händlern, 2011 soll der in Köln mitentwickelte Focus folgen. "Der Focus ist für Mullaly so wichtig wie das T-Modell für Herny Ford", sagt der Experte Phillippi. Bislang baute Ford in Köln oder Saarlouis anders aussehende und ausgestattete Modelle als in Amerika. Künftig will Ford überall auf der Welt die gleichen Autos verkaufen. (fewa)
Das Auto präsentierte GM den Händlern und Kunden auf der New Yorker Automesse stolz als wegweisende Neuerung. Dabei ist das Modell andernorts schon lange auf den Straßen unterwegs. Die GM-Tochter Opel feiert mit dem Wagen schon länger dringend benötigte Verkaufserfolge. Die sollen nun auch in Amerika folgen. Da Opel aber in den USA weitgehend unbekannt ist, verpasst GM dem Auto ein anderes Logo und verschifft den Wagen von Rüsselsheim in die USA.
Auch in China ein Erfolg
"Das Comeback von Buick ist für den langfristigen GM-Erfolg besonders wichtig", sagt Joseph Phillippi von der Beratungsgesellschaft Autotrends Consulting. Die Marke sei eigentlich bereits dem Untergang geweiht gewesen. Die Führung von GM habe sie nur behalten, weil Buick in China erstaunlich erfolgreich sei. Auch im Reich der Mitte wird der Opel Insignia als Buick verkauft. Was manch ein Opelaner als Etikettenschwindel anprangert, ist für die deutsche GM-Tochter ein gutes Geschäft.
"Im Werk Rüsselsheim sorgt der Buick-Produktionsauftrag für gute Auslastung. Täglich fahren 800 Opel Insignia und Buick Regal vom Band", sagt ein Opel-Sprecher. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sieht die konzerninterne Kooperation mit Freude. "Wir erzielen damit einen guten Gewinn für Opel. Das sichert Arbeitsplätze."
Allerdings soll der Buick Regal nur im ersten Jahr in Rüsselsheim vom Band fließen. Später will GM die Produktion nach Kanada verlegen. Den weltweiten Verkauf des Insignia hat GM bereits in der Entwicklungsphase geplant. Eigentlich sollte der Wagen in den USA unter dem Dach der Marke Saturn vermarktet werden. Doch Saturn hat die Neustrukturierung von GM nicht überlebt.
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