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16. Oktober 2012

Google nicht transparent genug: Datenschutz von Google „nicht akzeptabel“

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Google muss präziser angeben, wie es mit den Daten seiner Nutzer umgeht.  Foto: dpa

Die Nutzungsregeln von Google widersprechen dem europäischen Datenschutz. Google sammelt persönliche Daten in riesigen Mengen, ohne den Zweck präzise anzugeben, monieren die europäischen Datenschützer. Den Kunden werde das nicht ausreichend klar gemacht.

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„Hohe Datenschutzstandards“ verspricht Google, Transparenz bei der Erfassung von Daten und ein verantwortungsvoller Umgang damit. Doch für EU-Datenschützer sind das leere Versprechen. Aus ihrer Sicht entsprechen die seit März geltenden Nutzungsbestimmungen nicht dem europäischen Datenschutz. In einem gemeinsamen Brief fordern die Datenschutzbehörden der 27 EU-Länder das US-Unternehmen auf, die Nutzungsregeln zu ändern.

„Die Sammlung von persönlichen Daten in solch einem großen Umfang stellt hohe Risiken für die Privatsphäre der Nutzer dar“, heißt es in dem Brief an Google-Chef Larry Page. „Google ermächtigt sich selbst, riesige Mengen persönlicher Daten der Internetnutzer zu speichern, aber Google hat nicht belegt, dass diese Sammlung den Zwecken, zu denen sie vorgenommen wird, angemessen ist.“

Zudem monierten die Behörden, dass Google seine Kunden „unzureichend“ über die Zwecke und die Kategorien der gespeicherten Daten informiere. Internetkonzerne sollten zwar keine „zu komplexen“ oder „übermäßig langen“ Nutzungsbedingungen aufstellen. „Allerdings darf die Suche nach Einfachheit Internetunternehmen nicht dazu verleiten, die Einhaltung ihrer Pflichten zu vernachlässigen“, mahnten die Datenschützer. Zudem sei unklar, wann die Daten gelöscht würden.

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„Die Zusammenfassung und Kürzung der Datenschutzerklärung führt nicht zu einem dringend erforderlichen Informationsgewinn, sondern zu einem Informationsverlust“, kritisierte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar. Die Nutzer seien weder um Einwilligung gebeten worden noch hätten sie eine Widerspruchsmöglichkeit. Google müsse sich zu den offenen Fragen der Datenschützer äußern und dürfe sich „nicht länger wegducken“, sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums.

Peter Fleischer, globaler Datenschutzbeauftragter von Google: „Wir haben den Bericht erhalten und prüfen ihn derzeit. Unsere neuen Datenschutzrichtlinien demonstrieren unser langjähriges Engagement, die Informationen unserer Nutzer zu schützen und gleichzeitig tolle Produkte zu entwickeln. Unsere Datenschutzerklärung respektiert dabei das europäische Recht.“

Vier Monate Frist für Änderungen

Grundlage für das Schreiben ist eine monatelange Überprüfung der Nutzungsbedingungen unter Federführung der französischen Datenschutzbehörde CNIL. Google habe bei der Untersuchung zwar Fragen beantwortet. Diese hätten jedoch keine Klarheit darüber geschaffen, ob das Unternehmen hinter den Datenschutz-Prinzipien wie dem Widerspruchsrecht und der Begrenzung der gesammelten Angaben stehe.

Die französische Datenschutzbehörde gab Google drei bis vier Monate Zeit, seine Nutzungsbedingungen in Einklang mit dem EU-Recht zu bringen. Wenn Google nicht nachbessere, stehe eine „strittige Phase“ bevor, warnte CNIL-Chefin Isabelle Falque-Pierrotin. Die Datenschutzbehörden der einzelnen EU-Länder könnten dann Sanktionen gegen Google verhängen. Dies würde nicht auf EU-Ebene erfolgen, sondern in jedem Land einzeln.

Das Unternehmen hatte seine Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen zum 1. März neu geregelt. Rund 60 Datenschutz-Bestimmungen und allgemeine Geschäftsbedingungen für verschiedene Google-Dienste wurden zu einem einzigen Text zusammengeführt. Dafür verknüpft der Konzern aber auch die Daten seiner Nutzer aus allen diesen Angeboten miteinander. Betroffen von den neuen Regeln sind vor allem Nutzer mit einem Google-Konto.

Google plant Versicherungsportal

Laut einem Zeitungsbericht führt Google Gespräche mit deutschen Versicherern über den Aufbau eines spezialisierten Online-Vergleichsportals. Der Internetriese lote aus, ob die Unternehmen ihre Tarife dort listen lassen würden, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Dienstag. Ein deutschsprachiges Google-Versicherungsportal könnte den Markt für Online-Versicherer und Vergleichsportale durcheinanderwirbeln.

Der Absatz von Autopolicen über Vertreter geht bei den meisten Gesellschaften zurück, Onlineverkäufe legten zu. Dabei wachsen vor allem die Vergleichsportale - darunter Marktführer Check24 und Transparo als Zweiter, betonte die Zeitung. Alle Portale seien 2011 auf rund 750 000 vermittelte Policen in der Autoversicherung gekommen, 2012 dürften sie die Millionengrenze knacken. Google wollte dem Bericht zufolge zu den Informationen keine Stellung nehmen, auch die Versicherer hätten sich nicht offiziell geäußert.

Yahoo wirbt Spitzenmanager ab

Auch personell muss Google eine Schlappe hinnehmen. Mit der fürstlichen Summe von rund 58 Millionen Dollar (knapp 45 Millionen Euro) hat der schwächelnde Konkurrent Yahoo einen Spitzenmanager abgeworben. Henrique de Castro, Spezialist für Werbung im Netz, soll künftig das Tagesgeschäft bei Yahoo leiten. Yahoo-Chefin Marissa Mayer kam ebenfalls von Google. Sie leitet den Konzern seit Juli und soll Yahoo wieder auf Kurs bringen.

Henrique de Castro
Henrique de Castro
 Foto: dapd

Mayer erklärte, Henrique de Castro sei ein „unglaublich fähiger und entscheidungsstarker Manager“. Seine Erfahrung im Bereich der Internetwerbung und sein nachweisbarer Erfolg, große Organisationen zu strukturieren, machten ihn zum idealen Mann für Yahoo.

De Castro war führender Manager der Google-Abteilung Partner Business Solutions, die für die Unternehmen zuständig ist, die bei Google werben. Er arbeitete auch schon beim Computerhersteller Dell und bei der Unternehmensberatung McKinsey.

Eine Millionen Dollar Prämie

De Castro wird laut Mitteilung an die Börsenaufsicht SEC ein jährliches Gehalt von 600.000 Dollar bekommen, eine Wechselprämie in Höhe von einer Million Dollar in bar sowie Aktien und Aktienoptionen im Wert von bis zu 56 Millionen Dollar. Er werde spätestens am 23. Januar bei Yahoo anfangen, teilte das Unternehmen mit. Vorher braucht er noch eine Arbeitserlaubnis für die USA. Vorerst werde der laut Branchendienst All Things Digital gebürtige Portugiese in London eingesetzt.

Yahoo ist ein früher Star des Internets. Nach dem ersten Internetboom um die Jahrtausendwende ging es mit dem Unternehmen allerdings bergab. Vor allem die Konkurrenz von Google macht Yahoo seitdem schwer zu schaffen. Der Konzern beherrscht mit seiner Suchmaschine und seinem Online-Werbesystem heute weite Teile des Marktes. (afp/dpa/jam)

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