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Greenpeace-Studie: Klimaschutz als Konjunkturmotor

Gewaltige Investitionen in Höhe von neun Billionen Dollar weltweit würden sich Greenpeace-Berechnungen zufolge bis 2030 rechnen und 18 Billionen Dollar an Energiekosten einsparen.

Berlin. Investitionen in Klimaschutz könnten nach einer Greenpeace-Studie in der jetzigen Krise die Konjunktur stützen. Die Ausgaben für Energiesparmaßnahmen und für die Umstellung von herkömmlichen auf erneuerbare Energien würden sich zudem mittelfristig rechnen, berichtete die Umweltorganisation am Montag aus einem neuen "Weltenergieszenario". "Vor allem in Deutschland könnte diese Energierevolution die Wirtschaft in Schwung bringen", erklärte Energieexperte Sven Teske.

Nach dem Szenario bis ins Jahr 2050 ließen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: effizienter Klimaschutz, der eine Erwärmung des Erdballs um mehr als zwei Grad verhindert, und mittelfristig eine drastische Senkung der Ausgaben für Energie. Zwar müssten der Studie zufolge bis 2030 weltweit neun Billionen Dollar in erneuerbare Energien investiert werden. Doch ließen sich im selben Zeitraum allein bei der Stromgewinnung 18 Billionen Dollar an Kosten für Kohle, Gas und Öl einsparen, heißt es in der Studie.

56 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen

Bis 2050 könnten dem Papier zufolge 56 Prozent allen Energiebedarfs weltweit aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Bei Strom sollen es rund 77 Prozent sein, was große Wasserkraftanlagen einschließt. Gleichzeitig sollen 70 Prozent der benötigten Wärme aus erneuerbaren Quellen wie Biomasse, Erdwärme oder Sonnenkollektoren kommen.

Mit so hohen Werten ließen sich auch die international als notwendig anerkannten Klimaschutzziele erreichen. Statt 24,3 Milliarden Tonnen Kohlendioxid im Jahr 2003 würden den Berechnungen zufolge 2050 nur noch 10,5 Milliarden Tonnen ausgestoßen. Die Emissionen pro Kopf könnten demnach von 3,8 auf 1,2 Tonnen pro Jahr sinken.

Die Studie geht allerdings von der sehr ehrgeizigen Annahme aus, dass Energiesparpotenziale systematisch gehoben werden und der weltweite Energiebedarf damit in den nächsten Jahrzehnten kaum noch steigt. Geht die Internationale Energie-Agentur von einem Anstieg des Energiebedarfs von 474.900 Petajoule im Jahre 2005 auf 867.600 Petajoule 2050 aus, so wird in der Greenpeace-Studie eine Begrenzung auf 478.420 Petajoule für möglich gehalten. "Diese gewaltige Reduktion ist entscheidend für den geforderten signifikanten Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Energieversorgung", heißt es.

Steigende Preise unterstellt

Auch unterstellt die Studie beim Kostenvergleich höhere Preise für Öl, Gas und Kohle als heute. Der Rohölpreis wird für 2010 mit 100 Dollar pro Fass angenommen, bis 2050 mit 140 Dollar; beim Erdgas wird vermutet, dass der Preis bis 2050 um das Vierfache steigt, bei Kohle eine Verdoppelung des Preises. Zudem rechnet die Studie damit, dass für jede Tonne CO2 weltweit bereits 2010 ein Zuschlag von zehn Dollar erhoben wird, 2050 sogar 50 Dollar pro Tonne.

Die Studie "Globale Energie (R)evolution" wurde im Auftrag von Greenpeace und dem Europäischen Dachverband der Erneuerbare Energien Industrie (EREC) von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erstellt. (ap)

Datum:  27 | 10 | 2008
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