"Ovolos", Obulus wie die Münze aus der Antike, heißt die virtuelle Währung, die ein Verein in der Hafenstadt Patras eingeführt haben. Wie Vereinssprecher Spyridon Goudevenos am der Nachrichenagentur dpa sagte, hatten sich seit der Gründung 2009 rund 2300 Mitglieder gemeldet. Ähnliche Bewegungen habe es auch in Argentinien in vielen Städten zur Zeit des Staatsbankrotts gegeben, sagte er. Der Verein sei vom Staat anerkannt.
Goudevenos erklärte, das Prinzip sei einfach: Ein Mitglied biete eine Dienstleistung an, dadurch erwerbe er auf der Online-Plattform virtuelle „Ovolos“-Münzen. „Das ist die sogenannte Soziale Währung“, sagte Goudevenos. „Der Inhaber des „Ovolos“-Kontos kann dann sein fiktives Geld ausgeben, um sich Lebensmittel oder andere Gegenstände zu kaufen.“
Zu den ältesten regionalen Währungen zählt das Wörgler Freigeld: Unter dem Eindruck der Weltfinanzkrise in den 30er Jahren erfand der Bürgermeister eine eigene Währung für die Gemeinde. Durch die Verwendung von Freigeld als Zweitwährung gelang es, die Regionalwirtschaft wieder anzukurbeln und die Arbeitslosigkeit zu senken. Es beruhte auf von der Gemeinde ausgegebenen Arbeitsgutscheinen, die mit hinterlegten Schilling gedeckt und mit einer monatlichen Umlaufsicherungsgebühr von 1 Prozent versehen waren, also 12 Prozent im Jahr. Es wurde nach kurzer Zeit trotz des Erfolgs auf Druck der Österreichischen Nationalbank verboten.
Bitcoin ist eine virtuelle Währung, die 2009 entwickelt wurde. Die einzelnen Bitcoins bestehen aus per computergenerierten Zahlenkolonnen. Bitcoins können an speziellen Online-Börsen gekauft oder von anderen Bitcoin-Usern privat erworben werden. Derzeit sind 7,1 Millionen Bitcoins im Umlauf. Die Geldmenge ist auf 21.000.000 Bitcoins beschränkt. Verschiedene Wikis informieren darüber, welche Waren oder Dienstleistungen für Bitcoins zu haben sind. Die Währung ist umstritten. Zuletzt stand sie in der Kritik, da mit Bitcoins Drogengeschäfte betrieben wurden. Zudem droht ein Totalverlust des real investierten Geldes, da niemand weiß, ob sich Bitcoins durchsetzen.
Ven ist die virtuelle Währung der Online Community Hub Culture. Derzeit sind 8 Millionen Ven im Umlauf. Über die Hub Culture Community können mit Ven Kleidungsstücke, Dienstleistungen oder - nach Angaben von Hub Culture - sogar Autos gekauft werden. Mitglieder von Hub Culture können sich Ven verdienen, indem sie Freunde ihr Wissen mit der Community teilen oder Freunde in die Community einladen. Zudem können Mitglieder Ven gegen jede Währung eintauschen. Für 100 Euro bekommt man derzeit 1335 Ven.
Linden Dollar ist die Währung der von Linden Lab entwickelten virtuellen Parallel-Welt Second Life. Mit Linden Dollar lassen sich alle Konsumgüter in Second Life bezahlen. Second Life-Bewohner verdienen ihre Linden Dollar, indem sie Dienstleistungen oder Waren an andere Nutzer verkaufen. Das können von sexuellen Gefälligkeiten bis zu Immobilien oder Grundstücken alles mögliche sein. Im Netz gibt es mehrere Tauschbörsen, die Linden Dollar gegen Euro tauschen. Derzeit erhält man für 100 Euro 31.429 Linden Dollar.
Im Chiemgau kann in vielen Geschäften mit dem Chiemgauer bezahlt werden. Auch hier soll damit der regionale Einkauf gestärkt werden und Geld in die Kassen der Vereine fließen.
In der Kurstadt Bad Ischl gibt es neben dem Euro noch den Ischler Gulden, der mit echtem Gold glänzt - denn Bad Ischl nennt sich auch Kaiserstadt. Die Münze gibt es im Wert von zehn und 50 Euro und in vielen Geschäften der Stadt kann damit bezahlt werden.
Bei der Bürgerblüte von Kassel wird besonders auf den schnellen Umlauf des Geldes gesetzt. Wer es nicht ausgibt, muss alle drei Monate aufwerten - mit zwei Prozent des Werts der Blüte.
Voraussetzung für den Erfolg ist nach Ansicht des griechischen Finanzexperten und Steuerberaters Nikos Wroussis, dass es möglichst viele Mitglieder gebe, damit andere Teilnehmer nicht auf ihren virtuellen Konten sitzenbleiben.
Auch in der mittelgriechischen Stadt Volos hat sich eine ähnliche Bewegung entwickelt. Diese veranstaltet hauptsächlich Tauschtreffen. Sie haben aber auch eine Währung. In der Regel wird dort Kleidung getauscht. Diese Bewegung soll rund 3000 Mitglieder haben.
Virtuelle Währungen sind (dpa)
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