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08. Januar 2015

Griechenland: Wo sind die Milliarden hin?

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Was haben die Griechen mit dem Geld gemacht?  Foto: dpa

Griechenland hat internationale Hilfen in Milliardenhöhe erhalten. Das Ausland überwies Summen, die insgesamt die jährliche Wirtschaftsleistung übersteigen. Doch wer hat profitiert? Und wie kann es sein, dass Griechenland heute noch mehr Schulden hat?

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Die Wirtschaftskrise Griechenlands ist in vielerlei Hinsicht beeindruckend. Spektakulär sind nicht nur die Zerstörung wirtschaftlicher Potenzen und das soziale Elend. Sondern auch die Summen, mit denen das Land in den vergangenen Jahren unterstützt worden ist. Angesichts des ökonomischen Desasters stellt sich die Frage: Wofür wurden die Milliardenhilfen ausgegeben? Die Antwort auf diese Frage verdeutlicht, warum viele Ökonomen auf einen neuen Schuldenerlass für das Land drängen.

Insgesamt haben EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) Athen in den vergangenen vier Jahren mit rund 230 Milliarden Euro unterstützt. Das entspricht mehr als 100 Prozent der Wirtschaftsleistung Griechenlands. So viel hat noch kein Land in so kurzer Zeit erhalten. Dazu kam ein Forderungsverzicht der privaten Gläubiger Athens über rund 100 Milliarden Euro.

Gleichzeitig ist die Wirtschaftskraft Griechenlands um ein Viertel geschrumpft – so etwas kennt man sonst nur aus Kriegszeiten. Addiert man die Verluste der einzelnen Jahre, so hat Griechenland seit 2007 116 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts eingebüßt. Die Schulden des Landes sind derweil gewachsen, trotz Schuldenerlass. Zu Beginn der Krise lagen sie bei 120 Prozent der Wirtschaftsleistung, derzeit sind es fast 180 Prozent.

Wie kann das sein? Wofür hat Athen die ganzen Auslandshilfen verwendet? Für Renten, Gehälter und ähnliches? Nein. Nur rund ein Zehntel der Hilfen ging in die normalen Staatsausgaben. Der Rest floss auf verschiedene Kanäle in die Bedienung der Schulden.

Schulden höher als vor dem Sparprogramm

Der Autor und Ökonom Jannis Mouzakis hat auf der Website www.macropolis.gr nachgerechnet: Rund die Hälfte der Hilfszahlungen – 122 Milliarden Euro – gingen für die Rückzahlung und Verlängerung bestehender Schulden und für Zinszahlungen drauf. Über 90 Milliarden Euro kostete Griechenland der Schuldenerlass. So musste Athen den Gläubigern, die zum Forderungsverzicht bereit waren, zum Ausgleich neue, sicherere Anleihen bieten und ihnen einen Teil der noch bestehenden Restschuld vorab auszahlen – mit Geld von der EU und dem Internationalen Währungsfonds.

Als der Schuldenerlass 2012 umgesetzt wurde, hatten sich die großen Auslandsbanken, vor allem aus Deutschland und Frankreich, bereits aus Griechenland zurückgezogen. Zu den großen Verlierern des Erlasses gehörten daher vor allem – neben den zyprischen Banken – die griechischen Banken, die die Hauptgläubiger Athens waren. Sie mussten Milliarden in ihren Büchern streichen. Um seinen Finanzsektor zu stabilisieren, stützte Athen ihn mit fast 50 Milliarden Euro.

Und schließlich musste Griechenland 2014 damit beginnen, Darlehen des IWF zurückzuzahlen.

Fazit: Griechenland wurde ein desaströses Spar- und Reformprogramm auferlegt. Im Gegenzug erhielt es neue Kredite, mit denen es die alten Kredite trotz Wirtschafts- und Finanzkrise bedienen konnte. Im Ergebnis ist die griechische Wirtschaft heute am Boden, die Schuldenlast ist gestiegen – und die Schulden liegen nicht mehr bei privaten Investoren, sondern bei EU und IWF, also beim „Steuerzahler“.

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