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Handelskonzern Metro: Flachbildfernseher kennen keine Krise

Flachbildfernseher, Spielkonsolen oder Navigationsgeräte kaufen die Verbraucher auch in der Krise. Das zeigen die Metro-Geschäftszahlen. Zu der Gruppe gehören Media-Markt und Saturn.

Metro leidet wie alle stark vom Konsum abhängigen Branchen unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher in der Wirtschaftskrise.
Metro leidet wie alle stark vom Konsum abhängigen Branchen unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher in der Wirtschaftskrise.
Foto: Foto: dpa

Frankfurt a.M. Flachbildfernseher, Spielkonsolen oder Navigationsgeräte kaufen die Verbraucher auch in der Krise, wie die Geschäftszahlen von Deutschlands größtem Handelskonzern Metro zeigen. So stieg der Umsatz der Elektronikmärkte Media Markt und Saturn in Deutschland in den ersten neun Monaten um sechs Prozent auf 6,1 Milliarden Euro - während die Cash & Carry-Großhandelsmärkte, die Real-Supermärkte und die Kaufhof-Warenhäuser dem negativen Trend im Handel folgend Umsatzeinbußen verzeichneten.

Dank des erfolgreichen Geschäfts der Elektronikmärkte blieb der Gesamterlös von Metro hierzulande jedoch mit bereinigt 18,4 Milliarden Euro von Januar bis September fast auf Vorjahresniveau. Metro konnte damit insgesamt besser abschneiden als der Deutsche Einzelhandel, der laut Statistischem Bundesamt im Vergleichszeitraum real 2,2 Prozent weniger umsetzte.

Kaufhof

Metro hat nach Angaben von Vorstandschef Eckhard Cordes noch immer Interesse am Kauf von Filialen des insolventen Konkurrenten Karstadt (Arcandor), um sie mit seinen Kaufhof-Filialen zu einer Deutschen Warenhaus AG zu verschmelzen und langfristig zu veräußern. Im Zuge seiner Internationalisierungsstrategie will sich Metro künftig stärker auf seine drei anderen Vertriebslinien konzentrieren.

Eine "grundsätzliche Geschäftslogik" für die Schaffung einer Deutschen Warenhaus AG sei nach wie vor da, so Cordes. Zur Abgabe eines Angebots fehlten ihm allerdings Informationen über die finanzielle Situation der Karstadt-Warenhäuser. Bislang hieß es, Metro wolle rund 60 Filialen übernehmen. Der Arcandor-Insolvenzverwalter setzt am Freitag Verhandlungen mit Verdi über einen Sanierungsbeitrag der Karstadt-Beschäftigten fort. (jma)

Hubertus Pellengahr, Sprecher des Einzelhandelsverbands HDE, führt die Kaufzurückhaltung der Verbraucher auch auf die Abwrackprämie zurück: Weil viele Autos auf Kredit gekauft worden seien, bleibe weniger für den Konsum übrig.

Das Deutschlandgeschäft von Metro lief besser als im weltweiten Vergleich, wo der Düsseldorfer Konzern von Januar bis September mit 46,1 Milliarden Euro 3,7 Prozent weniger umsetzte als im Vorjahr. Metro führt dies vor allem auf negative Währungseffekte in Osteuropa und die nachlassende Inflation bei Lebensmitteln zurück.

Auch im Schlussquartal rechnet der Handelsriese nicht mit einer Trendwende, sondern stellt sich langfristig auf schwierige Zeiten ein. Um gegenzusteuern, hat Metro im Januar das Sparprogramm "Shape" eingeleitet, mit dem die Kosten bis 2012 um 800 Millionen Euro gesenkt und weitere 700 Millionen durch Produktivitätssteigerung eingespart werden sollen.

Dies betrifft vor allem die schwächelnden Cash & Carry- sowie die Real-Märkte. Metro will sich laut Vorstandschef Eckhard Cordes bis Juni 2010 von 33 unprofitablen Real-Filialen in Deutschland trennen, bislang wurden fünf Märkte verkauft und drei zugemacht. Man liege damit etwas hinter dem Zeitplan, so Cordes. Die Sparpläne beinhalten auch den konzernweiten Abbau von mindestens 15.000 Arbeitsplätzen, 4900 Stellen wurden bereits gestrichen.

Zu Cordes’ Freude hat "Shape" im dritten Quartal bereits Wirkung gezeigt: So blieb das operative Ergebnis (Ebit) trotz sinkenden Umsatzes mit 357 Millionen Euro nahezu stabil, während es im ersten Halbjahr noch um 20 Prozent geschrumpft war. Die Zahl übertraf die Erwartungen von Analysten, die Aktie dominierte den Dax mit einem Plus von zeitweise fast drei Prozent.

Autor:  Jutta Maier
Datum:  3 | 11 | 2009
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