In der aktuellen Debatte um die Neugestaltung der Hartz IV-Regelsätze für Kinder spricht sich der sozialpolitische Sprecher der Grünen, Markus Kurth, gegen ein Gutschein-System aus, ohne zugleich auch die monatlichen Zahlungen zu erhöhen. "Wer glaubt, nur durch Sachleistungen die bisherigen Regelsätze korrigieren zu können, der irrt", kritisiert der Bundestagsabgeordnete.
Kostenloses Schulessen für alle hilfsbedürftige Kinder etwa, sei nur bedingt umsetzbar: "Denn nicht überall gibt es Kantinen." Für sinnvoll hält er aber Lernmittel-Gutscheine. So könnten an Schüler etwa Bücher und Unterrichtsmaterialien ausgeteilt werden. Offensiv propagiert Kurth zudem "kostenlose Nachhilfe für alle, arme und reiche Kinder". Die schulische Förderung sollte ein regulärer Bestandteil der Bildungsleistung sein, fordert er. Allerdings sei das kostspielig.
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Die Gefahr, dass erhöhte Regelsätze nicht nachhaltig dem Wohl der Kinder zugute kommen - sei es für Schulausgaben, Sportvereine oder den Lebensunterhalt - sieht Kurth bei der überwiegenden Zahl der Familien nicht. "Sie tun alles für ihre Kinder." Es sei diskriminierend, erwerbslosen Eltern zu unterstellen, "sie würden rauchen und saufen" statt das Geld für ihre Kinder auszugeben.
Das höchste Armutsrisiko, betont Kurth, bestehe für alleinstehende Frauen mit Kindern. Diese Gruppe sei am längsten auf staatliche Stütze angewiesen. "Von meinen Besuchen in Beratungsstellen weiß ich, dass gerade Alleinerziehende sehr darauf bedacht sind, ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, um ihnen Ausgrenzung zu ersparen."
Das Hauptproblem für diese Frauen sei aber, "dass es häufig keine flexible Ganztagsbetreung gibt". Außerdem reiche das Gehalt meist nicht - "erst recht, wenn die Frau mehr als ein Kind versorgt".
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