Die Nachkommen des Käfer-Erfinders Ferdinand Porsche kontrollieren ein mächtiges Imperium. Der Clan wird angeführt von den Cousins Wolfgang Porsche und Ferdinand Piech. Ein Überblick über das Firmengeflecht.
Porsche Automobil Holding SE: Die nach europäischem Recht gegründete Dachgesellschaft ist das Machtzentrum der Familien, die sämtliche Stimmrechte an der Holding besitzen. Die stimmrechtslosen Vorzugsaktien Porsche sind an der Börse notiert. Die Porsche-Holding hält wiederum alle Anteile am Sportwagenbauer Porsche AG und besitzt mit knapp 51 Prozent die Mehrheit der Stimmrechte bei Volkswagen.
Porsche AG: In dem nicht börsennotierten Unternehmen ist Sportwagengeschäft der Porsches gebündelt. Die AG ist auch mit 25,1 Prozent an dem börsennotierten Ingenieurdienstleister Bertrandt beteiligt.
Spezial: Autobauer
Chrysler und GM sind insolvent. Opel braucht fremde Hilfe. Porsche und VW kämpfen gegen- statt miteinander. Zulieferer leiden mit. Viele Jobs wackeln. Spezial: Krise der Autobauer
Volkswagen: Zu Europas größtem Autobauer gehören neun Marken: Neben der Pkw-Kernmarke VW und der gleichnamigen Transportersparte sind dies der Premiumhersteller Audi, die spanische Marke Seat, Skoda in Tschechien, die britische Luxusmarke Bentley, der italienische Sportwagenhersteller Lamborghini und der Luxussportwagenbauer Bugatti. Außerdem gehören VW knapp 72 Prozent an dem schwedischen Lkw-Hersteller Scania und knapp 30 Prozent am Münchener Maschinenbauer und Nutzfahrzeughersteller MAN.
Porsche Holdung GmbH: Der Vertriebspartner von Volkswagen und Porsche mit Sitz in Salzburg ist Europas größter Autohändler. Die Gesellschaft verkauft Autos in vielen südosteuropäischen Ländern sowie in Frankreich, den Niederlanden und China, nicht aber in Deutschland. Eigentümer sind zu 100 Prozent die Familien Porsche und Piech. (rtr)
Wer in der Autobranche was zu sagen hat
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Wer in der Autobranche was zu sagen hat
Ferdinand Piëch: Ohne ihn läuft nichts. So ist das auch in Fragen der Zukunft von Porsche und VW. Immer wenn es um den Aufsichtsratsvorsitzenden von Volkswagen ruhig wurde, begannen die Manager der Autokonzerne zu zittern, denn in der Regel ließ er kurz darauf eine kleine Bombe platzen. Aktuell ordnet er das VW-Reich neu.
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Wendelin Wiedeking: Der Streit über seinen Abgang zog sich lange hin; dann ging der langjährige Porsche-Chef. Das überraschte nicht. Vielmehr verwunderte, wie lange er zuletzt das intensive Mobbing von interessierter Seite ertragen hatte.
Wiedeking ist für seine markigen Sprüche bekannt. "Die meisten Firmen, die staatliche Hilfe bekamen, waren früher oder später doch pleite" (2006) oder "Stütze und Luxus passen nicht zusammen" (2001).
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Michael Macht: Er gilt als Ziehsohn von Wiedeking. Der 48-jährige Schwabe ist gemeinsam mit dem Westfalen die Karriereleiter in der Sportwagenschmiede hinaufgestiegen. Nun ist er Porsche-Chef - aber unter dem VW-Dach.
Nach einem Maschinenbaustudium an der Universität Stuttgart und einer Tätigkeit beim Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation wechselte er in die Wirtschaft. Bei Porsche wurde er 1990 Fachreferent für Motorenplanung. Der damalige Produktionschef Wiedeking erkannte die Begabung Machts bei der Arbeitsorganisation und machte ihn zu seinem Referenten.
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Scheich Hamad Bin Dschassem El Thani kannte bislang in Deutschland wohl kaum jemand. Für Porsche und vor allem die Spitzenmanager des Unternehmens ist der Regierungschef des Emirats aber inzwischen überlebenswichtig.
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Wolfgang Porsche: Der Aufsichtsratsvorsitzende von Porsche hatte bislang stets seine schützende Hand über Ex-Chef Wendelin Wiedeking gehalten. Ohne Wolfgang Porsche hätte es Wiedeking im Konflikt mit Porsches Cousin Ferdinand Piëch erheblich schwerer gehabt. Letztlich siegte aber Cousin Piëch.
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Bernd Osterloh: Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von VW ist einer der mächtigsten Arbeitnehmervertreter in Deutschland. Aktuell können sich Vorstand und Aufsichtsrat seiner Unterstützung für die Expansion von Volkswagen sicher sein.
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Martin Winterkorn: Der Vorstandschef von VW galt lange Zeit eher als bieder und nicht als Lichtgestalt in der Autoszene. Inzwischen machte sich der einstige Audi-Chef einen Namen. Volkswagen steht in der weltweiten Krise weitaus besser da als Konkurrenten - und könnte bald zum global führenden Autohersteller aufsteigen. Nach der Porsche-Übernahme ist Winterkorn auch Vorstandsvorsitzender des Sportwagenherstellers.
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Rupert Stadler: Der Audi-Chef gilt als Kronprinz im VW-Reich. Erfolgreich führt er die Arbeit von Winterkorn fort. Audi gewinnt einen Preis nach dem anderen - und Piëch ist dem stets jugendlich wirkenden Stadler wohl (noch) gesonnen.
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Dieter Zetsche: Markenzeichen: großer Schnauzer. Über seine Managementqualitäten lässt sich streiten. Das folgenschwere US-Abenteuer Chrysler trug er mit, war jahrelang Chef des US-Autobauers, der jetzt am Rande des Ruins steht. Gerade noch rechtzeitig vor dem Höhepunkt der Finanzkrise gab er die Mehrheit an Chrysler ab. Nicht zuletzt wegen milliardenschwerer Belastungen steckt Daimler nun in der Krise und musste Hilfe bei einem arabischen Investor suchen.
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Sergio Marchionne: Markenzeichen: Pullover- statt Krawattenträger. Er hat der Marke Fiat wieder zu Ansehen verholfen. Nun versucht er, mit Chrysler einen Konzern zu schmieden.
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Fritz Henderson: Der Chef von General Motors trat das schwere Erbe von Rick Wagoner erst vor einigen Wochen an. Das Unternehmen ist mit Milliarden verschuldet und hängt am Staatstropf. Große Versäumnisse in der Modellpolitik trieben das Unternehmen in die existenzbedrohende Krise. An diesem Schicksal war Henderson als langjähriger Spitzenmanager mitbeteiligt. An seinem Stuhl wird gerade gesägt.
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Nick Reilly ist lang gedienter Manager bei General Motors und verantwortet derzeit das Asien-Geschäft. Aktuell führt er auch das Europageschäft von GM mit Opel und der britischen Schwester Vauxhall. Er gilt als harter Sanierer.
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Klaus Franz: Offiziell ist er Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Opel und Chef des Europäischen Arbeitnehmerforums der US-Muttergesellschaft General Motors. Tatsächlich ist er aber ein Manager im Hintergrund, was ihm den Spitznamen Mr. Opel einbrachte. Bestens organisiert auch ohne großen Apparat - und ein geschickter Stratege.
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Norbert Reithofer: Einen Vorteil kann der Manager für sch beanspruchen. BMW ist in Sachen umweltfreundlicher Technologien deutlich weiter als der direkte Konkurrent Daimler. Allerdings hat auch BMW Probleme, die einst geplante Allianz mit Daimler kommt nicht in die Gänge.
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Absatzkrise, Insolvenzgefahr, Stellenabbau - in der Autobranche geht's derzeit heiß her. Arbeitnehmer und Aktienbesitzer bangen - und die Manager schwitzen nicht minder. FR-online.de stellt die wichtigsten Männer der Branche vor. Von Christine Skowronowski
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