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12. Mai 2011

Hohe Gewinne: Den deutschen Banken geht es blendend

 Von Anna Sleegers
Den großen Bankinstituten in Deutschland geht es blendend.  Foto: dpa

Trotz der steigenden Kapitalanforderungen geht es den großen deutschen Bankinstituten blendend. Die Zahlen aus der Analyse der Unternehmensberatung Ernst & Young zeigen, wie substanzlos das Wettern der Branche über die angebliche Überregulierung ist.

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Eine gute Nachricht vorweg: Die deutschen Banken sind stabiler geworden. Diesen Schluss erlaubt eine Analyse der Unternehmensberatung Ernst & Young, die sich die Jahresberichte der 13 größten heimischen Banken näher angeschaut hat.

Es sind die selben Institute, die sich dem Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA unterziehen müssen: Von BayernLB über die genossenschaftlichen DZ Bank bis zur Deutschen Bank sind alle drei Säulen der Kreditwirtschaft vertreten.

Unter dem Strich haben die großen Häuser im vergangenen Jahr mit deutlich mehr Eigenkapital gearbeitet als 2009. Im Schnitt stieg der Puffer, der die Steuerzahler davor schützt, für die nächste Bankenrettung zur Kasse gebeten zu werden, um zwölf Prozent auf 150 Milliarden Euro. Deutlich gestiegen ist auch die Kernkapitalquote, die das Eigenkapital ins Verhältnis zu den eingegangenen Risiken setzt: Sie stieg von durchschnittlich 9,2 Prozent auf 12,9 Prozent.

Wege aus der Krise

Erst kippten die Banken - dann wackelte die Wirtschaft. Die Staaten und die Steuerzahler mussten einspringen. Reden Sie mit über Wege aus der Krise.

Nun ist diese Kennziffer mit Vorsicht zu genießen, weil die Banken bei der Beurteilung ihres eigenen Risikoprofils einen gewissen Ermessensspielraum haben. Bemerkenswert ist der Anstieg trotzdem. Er zeigt, wie substanzlos das Wettern der Branche über die angebliche Überregulierung ist. Es werde an zu vielen Stellschrauben gleichzeitig gedreht, so der Kommentar der Branche zur Bankenabgabe, den gestiegenen Kapitalanforderungen für alle Institute und der noch im Raum stehenden Sonderbehandlung der systemrelevanten Banken.

Mit ungekannter Einigkeit klagen Privatbanker, Kreditgenossen und Sparkassendirektoren darüber, dass die neuen Auflagen die Luft abzuschnüren drohe. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Denn obwohl sie im vergangenen Jahr notgedrungen einen beträchtlichen Risikopuffer aufgebaut haben, geht es den großen der Branche blendend. Zusammengenommen wiesen sie einen Gewinn nach Steuern von 5,3 Milliarden Euro aus nach einem Vorjahresverlust in der selben Größenordnung.

Konjunkturerholung senkt Risiko bei Krediten

Hauptgrund ist der Wirtschaftsboom. Mit der Konjunkturerholung sinkt das Risiko, dass Kredite nicht zurückgezahlt werden – und die Wirtschaftsprüfer erlauben den Banken, die Risikovorsorge zurückzufahren. Im Schnitt sank die Risikovorsorge um 66 Prozent oder 13 Milliarden Euro.


Dass die Zeiten der roten Zahlen vorerst vorbei sind, ist erfreulich. Richtig gut wird die Nachricht aber erst, wenn die im Boom erwirtschafteten Gewinne in die richtigen Kanäle fließen. Besser als Dividendenausschüttungen sind noch dickere Kapitalpolster. Finanzministerium und Bankenaufsicht sollten daher das Jammern der Lobbyisten ignorieren und die Stellschrauben noch etwas anziehen.

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