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28. Januar 2016

Hohe Verluste : Die Horrorrechnung der Deutschen Bank

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Milliardenverluste, verstörte Beschäftigte, teure Altlasten – Deutschlands größte Bank blickt in eine unsichere Zukunft.  Foto: dpa

6,8 Milliarden Euro hat die Deutsche Bank im vergangenen Jahr verbrannt - mindestens. Firmenchef John Cryan fordert "Zeit, Entschlossenheit und Geduld", aber viele Aktionäre reagieren bereits panisch.

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John Cryan und seine Vorstandskollegen nahmen sich reichlich Zeit für die Journalisten. Knappe drei Stunden erläuterten sie am Donnerstag in Frankfurt die katastrophalen Ergebnisse der Bank und beantworteten die Fragen der Presse. Das könnte ein Rekord gewesen sein – der Rekordverlust der Bank warf aber auch reichlich Fragen auf. 6,8 Milliarden Euro hat Deutschlands größte Bank im vergangenen Jahr verbrannt, das waren noch einmal ein paar Millionen mehr, als das Geldhaus vergangene Woche schon ad hoc bekannt gegeben hatte. Und Finanzchef Marcus Schenck wollte nicht ausschließen, dass bis zur Vorlage der endgültigen Ergebnisse im März noch ein paar Belastungen hinzukommen könnten.

Massive Abschreibungen auf den Firmenwert, Aufwendungen für die Restrukturierung und die Zahlung von Abfindungen sowie die Kosten für die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten drückten das Ergebnis in den Keller.

Und es ist noch nicht vorbei mit den Belastungen, das machten die Manager deutlich. Der Höhepunkt der Restrukturierungen werde in das Jahr 2016 fallen, sagte Schenck. Es würden zusätzliche Kosten etwa für die Abfindung der Mitarbeiter anfallen, die die Bank verlassen – bis 2018 sollen es netto 9000 sein –, die interne Bad Bank solle schnellstmöglich abgebaut und ein Großteil der Rechtsstreitigkeiten gelöst werden.

Seit 2012 hat die Bank sagenhafte 12,7 Milliarden Euro für juristische Probleme aufgewendet. 5,5 Milliarden Euro hat sie noch für weitere Rechtsstreits zurückgestellt. Aber: „2016 müssen wir die Rückstellungen wohl weiter erhöhen, möglicherweise sogar um einen signifikanten Betrag, da wir einige Fälle schnell abwickeln wollen“, so Cryan.

Kandidat für Übernahme?

Der Brite hielt seinen einleitenden Vortrag am Donnerstag übrigens – wie schon auf der Pressekonferenz im Herbst – in etwas hölzernem, aber sehr klarem Deutsch, beantwortete alle Fragen allerdings auf Englisch. Die Aktionäre dürfte das alles nicht erfreuen. Die Papiere der Bank haben in den vergangenen Monaten dramatisch an Wert verloren, Deutschlands größte Bank ist an der Börse gerade noch 22,6 Milliarden Euro wert. Auf die Frage, ob die Bank inzwischen ein Übernahmekandidat sei, sagte Cryan: „Ich weiß nicht. Aber im Moment bezweifle ich es. Wir machen uns darum wenig Sorgen.“

Er glaube nicht, dass die Aufsichtsbehörden es gerne sehen würden, wenn zwei große Banken fusionierten. Er sei sich aber bewusst, dass der niedrige Aktienkurs auch für die Mitarbeiter der Bank demotivierend sei. „Aber ich habe immer gesagt: Wir sollten nicht versuchen, den Aktienkurs zu managen, sondern die Bank.“ Das Management habe in der Vergangenheit zu oft auf den Kurs geschaut und daher Entscheidungen mit einem nur kurzfristigen Fokus anstatt einer langfristigen Strategie getroffen.

In einem Punkt aber machte Cryan den Aktionären Mut: „Ohne unerwartete Ereignisse sehe ich keine Notwendigkeit für die Deutsche Bank, zusätzliches Kapital aufzunehmen“, sagte er. Zudem machte Finanzvorstand Schenck klar, dass die Bank trotz der vielen Belastungen die Kapitalbasis erhalten wolle – „und daher dürfen wir 2016 keinen großen Verlust machen.“ Eine Dividende stellte Cryan aber erst wieder für das Geschäftsjahr 2017 in Aussicht. „Wir brauchen Zeit, Entschlossenheit und Geduld“, mahnte er.

Mehrfach lobte er in der Pressekonferenz die hohe Qualität der Mitarbeiter der Bank und verwies darauf, dass die Erträge des Instituts 2015 sogar um fünf Prozent auf 33,5 Milliarden Euro gestiegen sind – es also nicht so sei, dass die Bank nicht grundsätzlich Geld verdienen könne. Der gesamte Vorstand der Bank erhält nach einer Entscheidung des Aufsichtsrats vom Mittwoch für 2015 keine Boni. „Das ist eine Entscheidung, die ich respektiere“, so Cryan. Zu Ende seines einleitenden Vortrags gab er eine Art vertrauensbildenden Schwur ab: „Ich versichere Ihnen, dass ich weiterhin offen und ehrlich über sowohl die Herausforderungen für als auch die Erfolge unserer Bank berichten werde.“

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