Die größte europäische Bank HSBC hat im vergangenen Jahr einen Reingewinn von 15,3 Milliarden US-Dollar (11,5 Milliarden Euro) eingefahren. Das teilte die Bank am Montag am Unternehmenssitz in London mit. Der Gewinn ging im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,6 Milliarden Dollar zurück. Die Bank, die 90 Prozent ihres Geschäftes außerhalb Großbritanniens macht, hatte 1,92 Milliarden Dollar für Strafzahlungen an die US-Behörden zurücklegen müssen, weil sie Geldwäsche im Zusammenhang mit Terrorismus und Drogengeschäften ermöglicht haben soll.
HSBC hatte im vergangenen Sommer schwere Fehler eingeräumt und personelle Konsequenzen gezogen. Auch Rücklagen für Schadenersatzforderungen von Kunden, die bei Kreditausfallversicherungen falsch beraten wurden, drückten - wie bei anderen britischen Großbanken - auf das Geschäft.
Der Vorsteuergewinn ging um sechs Prozent auf 20,6 Milliarden Dollar zurück, wie das Institut am Montag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 22,7 Milliarden gerechnet. Dabei liefen die Geschäfte in der zweiten Heimatregion Asien-Pazifik glänzend und halfen, die Euro-Schuldenkrise abzufedern.
Um die Sondereffekte bereinigt kletterte das Vorsteuerergebnis um 18 Prozent auf 16,4 Milliarden Dollar. HSBC-Chef Stuart Gulliver, der die Bank seit seinem Amtsantritt Anfang 2011 umbaut, zeigte sich mit dem Zahlenwerk insgesamt zufrieden: „Wir haben unsere Erträge gesteigert, in den meisten Wachstumsmärkten gut abgeschnitten und ein Rekordjahr im Privatkundengeschäft gehabt.“ Die Altlasten seien aufgeräumt worden. Damit stehe die Bank auf einem soliden Fundament. Während Gulliver die variable Vergütung für seine Manager zuletzt herunterschraubte, können die Aktionäre auf steigende Dividenden hoffen.
In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres soll die Ausschüttung bei 0,10 Dollar pro Aktie liegen, das sind elf Prozent mehr als bislang. An der Londoner Börse zog die Ankündigung allerdings nicht. Die HSBC-Aktie notierte fast drei Prozent schwächer.
Möglicherweise verstimmte die Investoren der Ausblick. Gulliver sagte, mit Blick auf Europa bleibe die Bank auf der Hut. Die Nachfrage nach Finanzierungen sei gering und das regulatorische Umfeld unsicher. Damit bleibe das Marktumfeld für Finanzinstitute schwierig. HSBC liebäugelt schon länger damit, den Finanzplatz London zu verlassen und endgültig nach Hongkong abzuwandern. (dpa/rtr)
Die Enttarnung geheimer Geschäfte in Steueroasen beschäftigt Politik und Wirtschaft. Berichte und Hintergründe finden Sie in der Offshore Leaks-Themensammlung.
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22% | Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen. |
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