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Hypo Real Estate: Chronik einer Krisenwoche

Nach dieser Woche ist nichts mehr, wie es einmal war: Der Immobillienfinanzierer steht zum zweiten Mal in sieben Tagen vor dem Zusammenbruch.

Die vergangene Woche glich einem Auf und Ab. Wie es weiter geht, steht in den Sternen.
Die vergangene Woche glich einem Auf und Ab. Wie es weiter geht, steht in den Sternen.
Foto: dpa

Frankfurt/Main. Der deutsche Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate steht zum zweiten Mal binnen sieben Tagen vor dem Zusammenbruch.

Sonntag, 28. September: Für die in Schieflage geratene Hypo Real Estate (HRE) wird fieberhaft eine Lösung gesucht. Bundesregierung, Bundesbank, Europäische Zentralbank, die staatliche Finanzaufsicht BaFin und Finanzinstitute ringen um Hilfsmaßnahmen.

Montag, 29. September: In den Morgenstunden teilt die Hypo Real Estate in einer Börsenpflichtmeldung mit, ihr werde von einer Gruppe des deutschen Finanzsektors "eine kurz- und mittelfristige Kreditfazilität in ausreichender Höhe zur Verfügung gestellt". Später wird bekannt, dass die Bank eine Risikoabsicherung von 35 Milliarden Euro erhält. Davon entfallen maximal 26,6 Milliarden auf den Bund, wie der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig, sagt.

Dienstag, 30. September: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück informiert die Fraktionen und den Haushaltsausschuss des Bundestags über das Hilfspaket. Bundesbankpräsident Axel Weber erklärt, die Bürgschaft führe den angeschlagenen Immobilienfinanzierer in eine "zukunftsfähige Situation".

Mittwoch, 1. Oktober: Kanzlerin Angela Merkel betont, der Bank sei nur eine Bürgschaft gewährt worden, Steuergeld sei nicht geflossen. "In Wahrheit geht es darum, in einer sehr ernsten Situation den Schaden für unsere gesamte Wirtschaft zu begrenzen und damit das Geld aller Bürger zu schützen." In einem offenbar an Deutschland gerichteten Appell warnt EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes vor Alleingängen zur Bankenrettung.

Donnerstag, 2. Oktober: Die EU-Kommission genehmigt die Bundesbürgschaft für die Hypo Real Estate als Rettungshilfe für zunächst sechs Monate. Die Zeitung "Welt" berichtet, das Rettungspaket für die Bank sei in Gefahr.

Samstag, 4. Oktober: Die "Welt am Sonntag" berichtet, HRE benötige offenbar kurzfristig deutlich mehr Geld als bislang bekannt. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" meldet, die Banken zögerten und überdächten das Paket insgesamt noch einmal. Um 19.45 Uhr teilt die Hypo Real Estate selbst mit: "Die vorgesehenen Maßnahmen sahen zunächst eine Liquiditätslinie einer Gemeinschaft mehrerer beteiligter Finanzinstitute vor. Diese Zusage wird nicht aufrechterhalten."

Sonntag, 5. Oktober: In Berlin tritt erneut ein Krisengipfel zur Rettung der Bank zusammen. Finanzministeriumssprecher Albig sagt, die Bundesregierung beteilige sich an der Suche nach einer Lösung nach dem Scheitern des 35-Milliarden-Euro Pakets. Vertreter der Finanzwirtschaft aus Frankfurt sollen im Laufe des Tages ebenfalls an den Beratungen teilnehmen. (ap)

Datum:  5 | 10 | 2008
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