Vertreter der mittelständischen Wirtschaft äußerten gestern die Hoffnung, dass nach der Übernahme der IKB durch den US-Investor Lone Star, das Mittelstandsgeschäft in vollem Umfang fortgeführt wird. Ihre rund 20 000 Kunden im Mittelstand seien die Stärke der IKB, meinte ein Verbandsvertreter. Dies sei heute umso wichtiger als die von der Hypothekenkrise gebeutelten Großbanken ihre Aktivität in diesem Bereich gerade reduzierten. Darin liege die Chance der IKB, so der Experte, verlorene Kunden wieder zurück zu holen.
Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie ist an einer tragfähigen Lösung für die IKB interessiert. Der BDI vertraut auf die Zusicherung Lone Stars, die IKB als Mittelstandsbank fortzuführen. Der industrielle Mittelstand benötige zum Erhalt seiner Wettbewerbsfähigkeit einen verlässlichen und kompetenten Partner, der ihn durch maßgeschneiderte Finanzierungsinstrumente und Know-how unterstützt.
Als Lehre aus der IKB-Krise müsse die Bundesregierung die Bankenaufsicht von Grund auf reformieren und verschärfen, fordert der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven. So gehörten in die Aufsichtsräte der Kreditinstitute ausschließlich Finanzexperten. "Wenn der Aufsichtsrat der IKB jede Mitverantwortung für das Desaster von sich weist, zeigt das den akuten Handlungsbedarf."
Für ihn stelle sich die Frage, ob eine geordnete Insolvenz unter dem Strich nicht die kostengünstigere Variante für den Steuerzahler gewesen wäre. Der Verband hatte sich nach Ausbruch der Krise gegen weitere Finanzspritzen zur Rettung der IKB ausgesprochen. Die Sanierung gehe zu Lasten der KfW und damit letztlich auf Kosten aller Betriebe.
Im Aufsichtsrat der Bank sind die Hauptkunden des Mittelstandes kaum repräsentiert. Dagegen sitzt in dem Kontrollgremium und dem Beirat des Instituts alles was in der Großindustrie Rang und Namen hat - etwa Eon-Chef Ulrich Hartmann. rb
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