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Cloud Computing: Immer und überall synchron

Von schwebenden Apps und geschmolzenen Lösungen: fr-online erklärt, wie die neue Wolke im Internet funktioniert.

Die Wolke als Vorbild: Cloud Computing.
Die Wolke als Vorbild: Cloud Computing.
Foto: dpa

Was will Apple mit seinem neuen Dienst iCloud in die Wolke schicken?Sämtliche Daten eines Nutzers. Die schon länger existierende Idee des Cloud-Computing besagt, dass Daten nicht mehr auf der lokalen Festplatte gespeichert, sondern über das Internet auf gewaltigen Server-Farmen abgelegt werden. Dort landen Kontakte, Terminkalender, Textdokumente und Tabellen, E-Books, Fotos, Musik und E-Mails. Diese „Datenwolke“ schwebt dann gewissermaßen über dem Internet, weil sie von jedem Rechner aus zugänglich ist.

Welche Vorteile hat dies für den Nutzer?Alle Daten stehen immer zur Verfügung. So kann zum Beispiel nicht mehr passieren, dass man wichtige Unterlagen auf dem PC im Büro vergessen hat. Ändert der Nutzer ein Dokument am Laptop, findet er diese geänderte Version auch, wenn er es auf dem Smartphone öffnet. iCloud, das ab Herbst mit dem neuen Betriebssystem iOS 5 für alle Apple-Nutzer bereitgestellt wird, synchronisiert die Daten selbstständig. Nach dem Kauf eines neuen Gerätes muss der Nutzer nur sein Apple-Kennwort eingeben, schon werden sämtliche Daten und Apps aufgespielt. iPad, iPhone und iPod müssen nicht mehr via USB-Kabel jeweils einzeln mit einem PC synchronisiert werden. iCloud bietet jedem Nutzer fünf Gigabyte Speicherplatz in der Wolke kostenlos an – Fotos, E-Books und Musik nicht mitgerechnet.

Hat Apple das erfunden?

Mitnichten. Web-Mail-Dienste wie Googlemail und GMX nutzen seit Jahren das Prinzip des dezentralen Zugriffs. Vor allem Google bietet viele internetbasierte Dienste wie Kalender, Fotos und Text & Tabellen an, wo verschiedene Nutzer auch gemeinsam und gleichzeitig etwa an einem Text arbeiten können. Amazon stellt Kunden alle gekauften E-Books nicht nur auf dem eigenen Reader Kindle, sondern über Apps auch auf Smartphones oder dem iPad bereit. Mit dem angekündigten Chrome arbeitet Google sogar an einem PC-Betriebssystem, das seine Daten und Programme bei Bedarf komplett aus dem Netz zieht. Durch diese Auslagerung können die sogenannten Chromebooks, die in Deutschland ab Mitte Juni vorbestellt werden können, mit weniger Speicher auskommen. Das macht sie günstiger. Nutzer von Smartphones mit dem Betriebssystem Android waren von Anfang an nicht darauf angewiesen, ihr Telefon mit einem PC zu verbinden, sie synchronisieren sich längst über das Internet.

Was ist neu an iCloud?Apple verbindet wieder einmal bereits bekannte Software-Ansätze zu einer Lösung, in der alles verschmilzt. iCloud ist keine Zusatzfunktion, sondern in alle Bereiche des mobilen und des OS- X-Betriebssystems integriert. Es macht im Grunde das Verschieben von Dateien zwischen verschiedenen Dateiordnern überflüssig. Dabei hat Apple auch aus dem fehlgeschlagenen Dienst MobileMe gelernt. „Das war nicht unsere beste Leistung“, hat Apple-Chef Steve Jobs am Montag selbst zugegeben. MobileMe kostete 79 Euro im Jahr, iCloud wird kostenlos sein.

Apple verlagert mit iClouds auch seine Musik-Plattform iTunes in die Wolke. Ist das ebenfalls kostenlos?Ja, zumindest für alle Lieder, die über iTunes gekauft wurden. Egal, auf welchem Gerät der Einkauf getätigt wurde – die Musik wird synchronisiert und an bis zu zehn Apple-Geräte über WLAN-Verbindung ausgeliefert. Für Songs, die Nutzer von CD digitalisiert oder sich als MP3 anderswo besorgt haben, bietet Apple – vorerst aber nur in den USA – iTunes Match an: Für 24,99 Dollar im Jahr werden unbeschränkt viele „gerippte“ Songs in der iTunes-Bibliothek gesucht und der Musikliste hinzugefügt. Amazon bietet mit Cloud Drive auch einen Speicher in der Wolke an, die ersten fünf Gigabyte sind umsonst, der Platz für 10000 Songs kostet 50 Dollar im Jahr. Nicht über Amazon gekaufte Songs müssen aber hochgeladen werden, das dauert lange. Ähnlich ist es bei dem Dienst Music Beta, den Google angekündigt hat. Bei iTunes entfällt das Hochladen, die Songs liegen ja meist bereits in der Wolke.

Autor:  Marin Majica
Datum:  8 | 6 | 2011
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