Aktuell: Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Türkei | US-Wahl | FR-Serie: Fintechs
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Wirtschaft
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse, Finanz-Themen

27. September 2012

Inflationsrate bleibt niedrig: Warten auf die Inflation

 Von Stephan Kaufmann
So hoch wie Reichsbanknoten werden Euro-Scheine wohl nie beziffert sein.  Foto: Caro / Westermann

Die Preise sind im September gegenüber dem August stabil geblieben. Von einer bedrohlichen Inflationsrate fehlt in Deutschland und dem Rest Europas weiterhin jede Spur.

Drucken per Mail

Mit der Inflation ist es eigenartig: Alle fürchten ihren Galopp, viele warnen davor und einige rechnen fest mit ihm. Doch er kommt nicht. Das dürfte auch so bleiben. Auf Basis von Daten aus sechs Bundesländern sind die Preise im September gegenüber August unverändert geblieben, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Auf Jahressicht ergebe sich eine Inflationsrate von 2,0 Prozent. Das ist weniger als im August, als insbesondere der hohe Ölpreis die Teuerungsrate auf 2,1 Prozent getrieben hatte, nach der Berechnungsmethode des Europäischen Statistikamtes waren es im August sogar 2,2 Prozent.

Dass die Inflation im September überhaupt so hoch war, lag abermals an den Energiepreisen. Heizöl und Benzin wurden deutlich teurer, was überraschend ist. Wegen des stärkeren Euro hätte das in Dollar gehandelte Öl eigentlich billiger werden müssen. Für Nahrungsmittel wiederum mussten die Deutschen im September weniger zahlen. Klammert man die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel aus, so ergibt sich eine Kerninflationsrate von etwa 1,1 Prozent.

Von bedrohlicher Inflation fehlt jede Spur

Von bedrohlicher Inflation fehlt also jede Spur – sowohl in Deutschland als auch im Rest Europas. Die Commerzbank sieht in der Euro-Zone „für die kommenden zwölf bis 18 Monate nahezu keine Gefahr, dass sich die Inflationsrate über zwei Prozent festsetzt“. Der Grund hierfür ist simpel: Die nachlassende Konjunktur bremst die Nachfrage, und die Unternehmen können in der harten Konkurrenz um diese Nachfrage die Preise kaum erhöhen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet für das dritte Quartal 2012 nur ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent, teilte das DIW am Mittwoch mit. Das ist allerdings mehr als andere Euro-Staaten erzielen. Daher könnte die Inflation in Deutschland künftig etwas höher liegen als im Rest der Euro-Zone – schließlich steigen die Löhne hier stärker als in den Krisenländern.

Aber auch das wäre keine Katastrophe. Denn erstens ist das Ziel der Europäischen Zentralbank eine Inflationsrate von rund zwei Prozent in der gesamten Euro-Zone - das ist ein Durchschnittswert, den Deutschland lange Jahre unterschritt und künftig vielleicht auch mal überschreitet.

Nur auf dem Oktoberfest wird es teurer

Und zweitens kann es von Vorteil sein, wenn die Preise in Deutschland schneller steigen als bei den Nachbarn. Denn dadurch gewinnen diese an preislicher Wettbewerbsfähigkeit, können ihren Rückstand zu Deutschland aufholen und so – theoretisch – ihre Außenhandelsbilanzen verbessern.

Während die harte Konkurrenz der Unternehmen und die stagnierende Nachfrage die Preise landesweit unten hält, ist dies auf dem Münchner Oktoberfest anders: Auf Grund der strengen Zulassungskriterien teilen sich hier nur wenige Bier-Anbieter einen hoch konzentrierten Markt, so eine Studie der Bank Unicredit. Damit haben sie die Freiheit zur Preiserhöhung. Folge: In den vergangenen 25 Jahren seien die Preise auf der Wiesn doppelt so schnell gestiegen wie im Rest des Landes. Auch 2012, so Unicredit, dürfte dort das Bier um knapp vier Prozent teurer geworden sein.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.

Arbeitswelt

Schuften bis zum Umfallen

Von  |

Die Bundesbank empfiehlt eine unsinnige Rentenpolitik Mehr...

Finanzanlage

Mit Geld die Welt verändern

Investitionen in Projekte, die anders wirtschaften Mehr...

FRAX

Die Frankfurter Rundschau und das Forschungsinstitut Wifor präsentieren den FR-Arbeitsmarktindex, kurz FRAX. Er erlaubt einen genaueren Blick auf unsere Arbeitswelt als es die Arbeitslosen- und Beschäftigtenzahlen tun.

Videonachrichten Wirtschaft

Anzeige

Forum Entwicklung

Recht auf Arbeit – auch für Kinder?

Das Forum Entwicklung ist eine Debattenreihe von Frankfurter Rundschau, hr-iNFO und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).  

Weltweit arbeiten rund 150 Millionen Kinder – oft unter ausbeuterischen Bedingungen auf Plantagen, in der Teppichproduktion oder als Dienstmädchen. Darum geht es beim „Forum Entwicklung“ am Donnerstag, 23, April. Mehr...

Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen