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31. Januar 2012

Inoxum geht an Outokumpu: ThyssenKrupp macht Stahl-Deal mit Finnen

Protest gegen Inoxum-Deal von ThyssenKrupp mit Outukumpu.  Foto: dpa

ThyssenKrupp hat sich mit dem finnischen Konkurrenten Outokumpu geeinigt: Gemeinsam wollen sie den größten europäischen Edelstahlkonzern schmieden. Arbeitnehmer bitten aus Angst um ihre Jobs den 98 Jahre alten Chef der Krupp-Stiftung und Zeitzeugen der Ära des letzten Krupp um Hilfe.

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Düsseldorf –  

Der Stahlriese ThyssenKrupp will seine Edelstahlsparte Inoxum mit dem finnischen Konkurrenten Outokumpu zusammenführen. Das bestätigte die ThyssenKrupp AG am Dienstagmorgen in Essen. „Der Vorstand der ThyssenKrupp AG hat der Transaktion bereits grundsätzlich zugestimmt“, hieß es. Außerdem sei eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern erzielt worden. „Vereinbart ist der grundsätzliche Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2015.“ Die Produktion im Stahlwerk Krefeld soll den Angaben zufolge schrittweise bis Ende nächsten Jahres eingestellt werden. Das Stahlwerk am Standort Bochum werde mindestens bis Ende 2016 fortgeführt.

Die gesamte Transaktion bedürfe noch der Zustimmung des Aufsichtsrats, der am Nachmittag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreffen wolle. Die Transaktion bewertet Inoxum mit rund 2,7 Milliarden Euro. Doch soll der Essener Stahlkonzern nur einen Teil der Summe in Bar erhalten. ThyssenKrupp werde nach dem Zusammenschluss mit 29,9 Prozent an dem finnischen Unternehmen beteiligt sein. Darüber hinaus werde Outokumpu Schulden von Inoxum übernehmen.

Im Kampf um die ThyssenKrupp-Edelstahlsparte Inoxum baten 700 Stahlarbeiter noch kurz zuvor den 98-jährigen Chef der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz, um Hilfe. Dies berichtet die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“, die Auszüge aus einem an Beitz gerichteten Schreiben der Arbeitnehmer veröffentlicht. Der finnische Investor Outokumpu will die Edelstahlsparte übernehmen. Betriebsrat und IG Metall befürchten den Verlust von 1.000 Arbeitsplätzen.

„Seit 1900 wird in der von August Thyssen gegründeten Krefelder Stahlwerke AG Edelstahl hergestellt. Wenn jetzt ThyssenKrupp-Mitarbeiter entlassen werden sollen, weil sich Manager in Brasilien und Amerika verrannt haben, ist das eine schreiende Ungerechtigkeit“, heißt es darin. Dies passe nicht zur Krupp-Philosophie, die die Belegschaft „so lange erlebt und geschätzt“ habe.

Inoxum beschäftigt 11.700 Menschen

Die Edelstahl-Sparte mit Werken in Deutschland, Mexiko, Italien, China und den USA beschäftigt nach Unternehmensangaben weltweit 11.700 Mitarbeiter, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Zu Inoxum gehört ThyssenKrupp Nirosta mit Werken in Bochum, Krefeld und Benrath sowie ThyssenKrupp VDM (Hochleistungswerkstoffe) in Werdohl im Sauerland.

Neben der Produktion, der Verarbeitung und dem Vertrieb von sogenannten Edelstahl-Flachprodukten wie etwa Blechen beschäftigt sich das Unternehmen auch mit Werkstoffen wie Nickellegierungen, Titan oder Zirkonium. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2010/2011 (30.9.) erwirtschaftete die Sparte einen Umsatz von rund 6,7 Milliarden Euro. Auf dem Edelstahlmarkt hat das Unternehmen derzeit mit Überkapazitäten vor allem in Europa, aber auch in Asien zu kämpfen. ThyssenKrupp hatte bereits im vergangenen Mai angekündigt, sich bis Ende 2012 von seiner Edelstahl-Sparte trennen zu wollen. (dpa/dapd)

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