Ein Mark Zuckerberg hätte es ohne Zweifel schwer gehabt in Deutschland. Im Alter von 20 Jahren gründete Zuckerberg Facebook. Er sammelte Millionen Dollar Beteiligungskapital von Investoren ein. Acht Jahre später brachte er sein Unternehmen an die Börse – taxiert auf 100 Milliarden Dollar.
Spitze: Neue Internetfirmen werden in Deutschland meistens in München und Berlin gegründet. Danach folgen das Rhein-Main-Gebiet, Hamburg und Stuttgart. Ostdeutschland schneidet ganz schwach ab.
Schwerpunkt: Berlin ist nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom bei Themen rund um Apps, Mobile Media, Social Media und Spielen zu einem Hotspot nicht nur in Europa, sondern in Europa geworden.
Damit ist Zuckerberg weit entfernt vom typischen Gründer im Bereich Informationstechnologie und Kommunikation (ITK) in Deutschland und dem finanziellen Umfeld hierzulande. Denn das Durchschnittsalter von Existenzgründern in dieser Branche liegt derzeit bei 38 Jahren. Sie verfügen über 17 Jahre Berufserfahrung, davon elf Jahre in der Branche. Nicht einmal jeder zehnte Gründer ist jünger als 25 Jahre. Sie investieren meist nur ihr eigenes Geld in das Unternehmen und finanzieren sich aus dem laufenden Geschäft.
Es sind einigermaßen überraschende Ergebnisse, die die vom Branchenverband Bitkom beim Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Auftrag gegebene Studie erbringt. Verbandspräsident Dieter Kempf forderte deshalb bei der Erläuterung der Studien-Ergebnisse am Dienstag in Berlin eine schnelle Verbesserung der Finanzierungssituation und der politischen Rahmenbedingungen. „Global Player lassen sich nicht mit dem Sparbuch der Gründer aufbauen“, sagte er. Wenn Start-ups in Deutschland groß gemacht und zu „weltweit erfolgreichen Unternehmen aufgebaut“ werden sollen, dann müsse sich bei der Finanzierung der Unternehmen etwas ändern.
Der Kapitalbedarf ist groß: Laut Studie müssen in den ersten vier Jahren nach Gründung eines Start-ups durchschnittlich rund 700.000 Euro aufgebracht werden. Aber in Deutschland spielen laut Kempf Banken, Venture Capital und öffentliche Zuschüsse „so gut wie keine Rolle“. Hierzulande kommen weit mehr als zwei Drittel des eingesetzten Geldes im ersten Geschäftsjahr aus eigenen Mitteln und aus ersten Einnahmen. „Fremdfinanzierung spielt nur eine Nebenrolle“, sagte Kempf. Und der Trend verschärft sich noch in den ersten drei Geschäftsjahren.
Der Bitkom-Präsident vermutete als einen Grund für die Zurückhaltung der Banken, dass ihnen das Risiko im ITK-Bereich möglicherweise zu hoch sei. Sicher sei aber: „Ohne starke Geldgeber im Rücken bekommt man eine Gründung noch hin, ein Auftritt auf den internationalen Märkten lässt sich so aber kaum bewerkstelligen.“ Er hielt den Banken, Sparkassen und Beteiligungsgesellschaften vor, dass die Renditechancen auf der Straße liegen würden – „und sie lassen sie liegen“. Denn die meisten Gründer schrieben Erfolgsgeschichten: Nach fünf Jahren sind noch 60 Prozent der Start-ups im ITK-Bereich auf dem Markt aktiv.
Sebastian Schulze, Gründer des Berliner Start-ups Upcload, bestätigte aus eigener Erfahrung, dass Banken sehr zurückhaltend seien, aber gerade Berlin nicht unbedingt dem Bundestrend entsprechen würde. In der Hauptstadt sei in den letzten zwei Jahren viel Fremdkapital in die Szene gekommen. Schulze nannte amerikanische Investoren, die Büros in Berlin eröffnet haben, und eine Vielzahl von Förderprogrammen, die neu aufgelegt wurden. Zudem gebe es immer mehr vermögende Privatinvestoren, die Geld in die Internet-Szene steckten.
Upcload selbst ist auf Expansionskurs und will Anfang 2013 in den USA starten. Das Unternehmen hat eine Lösung für das Internet-Shoppen entwickelt, bei der die Körpermaße per Webcam ermittelt und so die Kleidungsgrößen passgenau festgestellt werden können – was lästige Rücksendungen erspart.
Als einen wesentlichen Unterschied zu den USA macht Bitkom-Präsident Kempf das Bild des Unternehmers in der Öffentlichkeit aus. In Amerika genieße er hohes Ansehen, hierzulande sei er eher jemand, den man mit einer Vermögensteuer schröpfen will.
Die Enttarnung geheimer Geschäfte in Steueroasen beschäftigt Politik und Wirtschaft. Berichte und Hintergründe finden Sie in der Offshore Leaks-Themensammlung.
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22% | Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen. |
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67% | Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht. |
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11% | Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend. |

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