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23. Januar 2013

Internet-Suchmaschine : Gangnam Style puscht Google

 Von Thorsten Schröder
Der südkoreanische Rapper Psy performt seinen "Gangnam Style" in Los Angeles.  Foto: REUTERS

Google steigert seinen Umsatz deutlich. Ein starkes Werbegeschäft um die Weihnachtszeit lässt den Gewinn in die Höhe schnellen. Allein das Musikvideo "Gangnam-Style" spült rund acht Millionen Dollar in die Kassen des Suchmaschinenriesen.

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Google steigert seinen Umsatz deutlich. Ein starkes Werbegeschäft um die Weihnachtszeit lässt den Gewinn in die Höhe schnellen. Allein das Musikvideo "Gangnam-Style" spült rund acht Millionen Dollar in die Kassen des Suchmaschinenriesen.

New York –  

Vor „Gangnam Style“ gab es in den vergangenen Monaten kein Entkommen. Das Musikvideo des südkoreanischen Rappers Psy wurde mit mehr als einer Milliarde Klicks zum meistgesehenen Youtube-Video aller Zeiten – und spülte damit allein rund acht Millionen Dollar an Werbegeldern in die Kassen des Suchmaschinenriesen Google, dem das Videoportal seit 2006 gehört. Das teilte das Unternehmen bei der Präsentation der Quartalszahlen mit. Auch der US-Wahlkampf hat Google geholfen: Die Umsätze durch Anzeigen stiegen im Vergleich zu 2008 um das Fünffache.

Ansonsten aber bereitet das Kerngeschäft mit der Werbung dem Konzern Sorgen. Der Werbeumsatz mit seiner Schreibtischrechner- Suche – der mit Abstand wichtigste Umsatzbringer für das Unternehmen – und dem Videoportal Youtube ist seit mehreren Quartalen nur langsam gestiegen, weil mehr und mehr Nutzer für die Suche auf das Smartphone umsteigen. Ähnlich wie der Konkurrenz fehlt es Google bislang an einer passenden Antwort auf den Wandel. Zwar fahren die Unternehmen ihre Anzeigen im Mobilgeschäft hoch – doch sind die viel preiswerter als am Desktop, weil die Kunden von der Wirksamkeit nicht überzeugt sind. Zuletzt fielen die Anzeigenpreise im Schnitt um sechs Prozent, es war der fünfte Rückgang in Folge.

Google knackt erstmals die 50-Milliarden-Schwelle

Im abgelaufenen Quartal konnte Google das mit deutlich höheren Klickzahlen auffangen und ein solides Gesamtergebnis vorlegen. Der Konzern steigerte seinen Umsatz im vierten Quartal um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 14,42 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr konnte Google damit die 50-Milliarden-Dollar-Marke überspringen. Der Gewinn stieg um 6,7 Prozent auf 2,89 Milliarden Dollar. Obwohl Analysten mit mehr gerechnet hatten, konnte die Aktie im nachbörslichen Handel deutlich zulegen. Das vierte Quartal ist wegen des Weihnachtsgeschäfts das wichtigste für das Unternehmen aus Kalifornien.

Die Diskrepanz zwischen Online und Mobil werde „kein dauerhaftes Problem“ sein, so Google-Chef Larry Page am Dienstag. Das Unternehmen versucht unter anderem, mit neuen Anzeigenformaten und der Entwicklung von Smartphones wie dem Nexus 4 zu reagieren. Erstmals hatte Google zudem im abgelaufenen Quartal Gebühren von Online-Händlern für die Listung in seinen Preisvergleichen verlangt.

Tablet-Werbung wird immer wichtiger

Vor allem das iPad wird für Werbekunden immer wichtiger. Laut Angaben des Marketing-Dienstleisters Resolution Media haben die Anzeigenpreise für Tablets die Preise im Desktop-Geschäft im vierten Quartal erstmals überholt. Grund sei vor allem, das größere Vertrauen in die Wirksamkeit der Anzeigen.

Analysten zeigen sich allerdings besorgt, dass Google zunehmend auf margenschwache Geschäfte wie das Handys setzt. Seit der Übernahme von Motorola Mobility im Vorjahr bemüht sich der Konzern, die Sparte aus den roten Zahlen zu bringen. Bislang gelingt das nicht: Am Dienstag meldete Google für das Geschäft erneut einen operativen Verlust von 353 Millionen Dollar.

Neue Gefahr droht von Facebook. In der Vorwoche hatte das Sozialnetzwerk eine eigene Suchmaschine für seine Seite vorgestellt. „Graph Search“ gibt den Nutzern die Möglichkeit, das Netzwerk nach personalisierten Informationen zu durchsuchen. Page spielte die Gefahr durch die neue Konkurrenz im Kerngeschäft herunter. Google habe enorm investiert, um alle möglichen Formen von Daten zu sammeln und befinde sich im ständigen Wandel.

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