Sydney. Der Software-Konzern Microsoft zeigt sich nicht interessiert an einer Übernahme von Yahoo. "Wir haben ein Angebot gemacht, wir haben ein weiteres Angebot gemacht. Wir haben uns weiterbewegt", sagte Microsoft-Chef Steve Balmer in Sydney auf die Frage nach seinen Plänen. Er wies Spekulationen zurück, Microsoft sei noch immer an einer Übernahme interessiert.
Über Monate hatte sich Yahoo-Chef Jerry Yang gegen eine Übernahme durch den Software-Riesen Microsoft gewehrt. Nun ist er eingeknickt und fordert Microsoft dazu auf, sein Internet-Unternehmen zu übernehmen: "Das Beste, was Microsoft heute tun kann, ist, Yahoo zu kaufen."
Ende Mai hatte Microsoft ein konkretes Kaufangebot für das Internetportal vorgelegt. Doch Yang hatte sich auch gegen den Willen der eigenen Aktionäre gegen den Deal gestemmt und das Angebot abgelehnt. Seit dem ist der Aktienkurs eingebrochen, was Yahoos Verhandlungsposition nun deutlich schwächen wird.
Yangs Wende kam wenige Stunden nach dem Konkurrent Google eine geplante Kooperation mit Yahoo im Anzeigengeschäft platzen ließ. Das US-Justizministerium hatte kartellrechtliche Bedenken gegen die Kooperation geäußert.
"Dennoch zu starten hätte nicht nur einen Rechtsstreit zur Folge, sondern würde auch die Beziehungen zu unseren Partnern beschädigen", schrieb der Leiter der Google-Rechtsabteilung David Drummond in seinem Blog. Google und Yahoo beherrschen zusammen rund 80 Prozent des Suchmaschinenmarktes in den USA.
Nach fast einjähriger Suche sieht Yang nun offenbar keine Alternative zur Übernahme. Es gebe jedoch keine Neuigkeiten über neue Entwicklungen. Anders als Google wäre Yahoo bereit gewesen, an der angestrebten Zusammenarbeit festzuhalten.
"Yahoo glaubt weiterhin an die Vorteile der Vereinbarung und ist enttäuscht, dass sich Google dagegen entschieden hat, sie vor Gericht zu verteidigen", schrieb Yahoo in einem Brief an seine Werbekunden.
Das Justizministerium prüfte die Google-Yahoo-Allianz bereits seit Juli. Die Werbebranche befürchtete, dass durch eine Zusammenarbeit bei der Suchwerbung der Wettbewerb massiv beeinträchtigt würde.
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