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Jahresbericht der IEA : Die Aussicht für das Klima ist schwarz wie Kohle

Die Hälfte des zusätzlichen Energiebedarfs der letzten zehn Jahre wurde mit Kohle gedeckt.
Die Hälfte des zusätzlichen Energiebedarfs der letzten zehn Jahre wurde mit Kohle gedeckt.
Foto: dpa

Für den Kampf gegen den Klimawandel ist es ein Desaster: Kohlestom boomt, der Ausbau der Erneuerbaren Energien hält nicht ansatzweise Schritt. Nicht einmal die Energieeffizienz ist in den letzten Jahren gestiegen. Wie konnte es soweit kommen?

Die Internationale Energie-Agentur IEA hat den Ruf, Probleme kleinzureden. Vor ein paar Jahren prognostizierte die Agentur, der Ölpreis werde heute bei gut 20 Dollar pro Fass stehen, tatsächlich liegt er bei über 100. Umso erschreckender ist die negative Tonlage des Jahresberichts der IEA.

Die zehn größten CO2-Abzocker

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Seine Botschaft: Die Tür schließt sich, um den Klimawandel noch einzugrenzen und nur so viel Treibhausgas in die Luft zu pusten, dass die globale Erwärmung vermutlich zwei Grad nicht überschreitet. Die IEA glaubt, dass sogar eine Erwärmung um sechs (!) Grad möglich ist, wenn sich nichts ändert. Die Tür schließt sich, um so schnell wie nötig die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu senken. Die Tür schließt sich, um ausreichend Energie einzusparen. Wie kann das sein? Diskutieren wir nicht seit Jahren über den Klimawandel, investieren wir nicht Milliarden in erneuerbare Energien

Die Schwellenländer setzen auf Kohle

Tatsächlich steigt der Anteil der grünen Energiequellen zukünftig weltweit steil an. Das Problem ist allerdings, dass der Energiebedarf in den Schwellenländern noch schneller steigt. Sie sind für 90 Prozent des Mehrverbrauchs verantwortlich: 2035 wird China 70 Prozent mehr Energie verbrauchen als die USA – auch wenn es pro Kopf noch deutlich weniger sein wird.

Die Schwellenländer haben bislang auf Kohle gesetzt: Zeitweise wurden in China wöchentlich neue Kohle-Großkraftwerke ans Netz gebracht. Überhaupt wurde fast die Hälfte des zusätzlichen Energiebedarfs der vergangenen zehn Jahre weltweit mit Kohle gedeckt – dem schmutzigsten aller fossilen Brennstoffe. Die Stromproduktion aus Kohle ist viermal so schnell gewachsen wie die aus regenerativen Quellen.

Unkonventionelle Energiegewinnung

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Eine böse Überraschung im IEA-Bericht ist auch, dass die Energieeffizienz, die eigentlich aufgrund des technischen Fortschritts jedes Jahr besser werden sollte, sich in den vergangenen beiden Jahren sogar verschlechtert hat. Das bedeutet: Für jeden erwirtschafteten Dollar wurde 2010 mehr Energie verbraucht als 2008.

Klimaziele sind fast unerreichbar

Im Energiesektor sind solche Entwicklungen besonders unangenehm, weil sie auf Jahre zementiert sind. So bestehen Energie-Investitionen im Automobilbereich für mindestens zehn Jahre. Bei Großkraftwerken sind es sogar 40 und mehr Jahre. Vier Fünftel der Treibhausgasemissionen, die 2035 höchstens emittiert werden dürfen, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, sind laut IEA deshalb jetzt schon quasi unvermeidlich.

Das sind düstere Aussichten. Von dem Ruck, der nach Ansicht der Internationalen Energie-Agentur global durch die Politik gehen müsste, um das Übelste zu verhindern, ist nichts zu sehen. Die Verhandlungen für ein weltweites Klimaabkommen sind quasi gescheitert. Die Euro-Krise bindet fast die gesamte politische Tatkraft auf dem Kontinent, der sich bislang am engagiertesten gezeigt hat. Der IEA-Bericht verhehlt nicht mehr, dass es nun fast schon unmöglich ist, die ambitionierten Klimaziele zu erreichen. Ab jetzt heißt die Maxime: Schadensbegrenzung.

Autor:  Jakob Schlandt
Datum:  10 | 11 | 2011
Kommentare:  2
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