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13. Juli 2012

Jugendstudie 2012: Jugendliche wollen die D-Mark zurück

 Von Benedikt Paetzholdt
Zurück zur D-Mark?  Foto: dpa

Besorgniserregende Umfrageergebnisse: Der Euro ist vielen Jugendlichen bestenfalls egal - viele wollen sogar lieber wieder die gute alte Deutsche Mark. Insgesamt offenbaren sie erschreckende Wissenslücken in Wirtschaftsdingen.

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Geht es nach den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland, sieht die Zukunft des Euro schwarz aus: Jeder Zweite von ihnen kann sich mittlerweile vorstellen, dass künftig wieder mit der D-Mark bezahlt wird. Das geht aus der „Jugendstudie 2012“ vor, in der knapp 800 Befragte im Alter von 14 bis 24 Jahren zum Wirtschaftsverständnis und zu ihren wirtschaftspolitischen Einstellungen befragt wurden.

Entsprechend gering sind die Erwartungen der jungen Leute an einen langfristigen Erfolg des Euro: Nur 40 Prozent glauben daran. Zudem sinkt das Vertrauen in die Politik massiv, dass sie die wirtschaftlichen Probleme lösen kann.

Für Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, sind die Ergebnisse insofern ernüchternd, als es sich dabei nicht um die Aussagen von Personen handelt, die lange Zeit mit der D-Mark erlebt haben und ihr möglicherweise hinterher trauern. Umso wichtiger sei es deshalb, die Vorteile, die der Euro gebracht hat, noch besser zu erklären, sagte Kemmer. „Gerade die Jugendlichen, die viel im europäischen Ausland sind, erfahren ja ständig, welche Vorzüge die Freizügigkeit hat.“

Vier von zehn wissen nicht, was soziale Marktwirtschaft ist

Die pessimistische Grundeinstellung zum Euro wird verstärkt durch ein sinkendes Interesse an der Wirtschaft. Das wiederum führt dazu, dass das Wirtschafts- und Finanzwissen der Befragten jungen Leute große Lücken aufweist. Für Kemmer ist dieser Trend alarmierend: „Nur wer die wirtschaftlichen Vorgänge, die uns alle umgeben, zumindest im Großen und Ganzen versteht, kann sein Leben eigenverantwortlich gestalten.“ Die Studie zeigt, dass es schon bei grundlegenden wirtschaftlichen Themengebieten hapert. Vier von zehn Befragten mussten passen, als die Frage gestellt wurde, was unter dem Begriff soziale Marktwirtschaft zu verstehen ist. Wenngleich die Mehrheit zumindest das Gefühl hat, dass es sich hierbei um etwas Positives handelt. Auch bei der Frage nach der Inflationsrate stocherten viele der Jugendlichen im Nebel.

Groß war auch die Unsicherheit auf die Fragen, was unter einer Rendite genau zu verstehen ist und welche Aufgaben die Europäische Zentralbank zu erledigen hat. Bankenverbands-Hauptgeschäftsführer Kemmer fordert deshalb eindringlich, dass Wirtschaftsthemen in der Schule mehr Gewicht beigemessen wird.

Viele kümmern sich gerne um ihre Geldangelegenheiten

Auch wenn viele der Befragten ihr Unwissen offenlegten und sich skeptisch über die Zukunft des Euro äußerten, sind sie doch zuversichtlich, was ihre eigene Lebenslage betrifft. 90 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft. Ebenso viele sind der Meinung, dass sie auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen haben werden. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch zu der geäußerten Skepsis wirkt, ist für Kemmer gut nachvollziehbar. „Die wirtschaftliche Entwicklung hierzulande ist nach wie vor gut, es gibt viele Arbeitsplätze.“ Die Unsicherheit entstehe vor allem daraus, dass im Zusammenhang mit der Krise oft ein unklares Signal ausgesendet werde. „Die Politik muss die Entscheidungen besser kommunizieren.“

Was den Umgang mit dem eigenen Geld angeht, zeigt die Studie allerdings auch Fortschritte. Nur sechs Prozent der Befragten haben schon einmal mehr Schulden gemacht, als sie zurückzahlen können. Tendenz: sinkend. Viele jungen Leute kümmerten sich prinzipiell gerne um ihre Geldangelegenheiten.

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