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04. Januar 2014

Kambodscha: Kugeln statt Mindestlohn

 Von 
Einsatzkräfte der Polizei führen streikende Textilarbeiter ab.  Foto: Reuters

In Kambodscha eskaliert ein Konflikt um streikende Textilarbeiter. Menschen sterben und werden misshandelt. Diese blutige Entwicklung gibt eine Menge Stoff zum selbstkritischen Nachdenken - für die Bekleidungsindustrie, aber auch für uns, die Konsumenten.

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Der Konflikt um höhere Mindestlöhne in Kambodscha eskaliert. Jetzt lässt die Regierung scharf schießen. Unter den streikenden Textilarbeitern in Phnom Penh hat es am Freitag die ersten Toten gegeben. Am Samstag floss wieder Blut: Einsatzkräfte der Polizei stürmten das Lager der Streikenden in Phnom Penh und attackierten Textilarbeiter mit Knüppeln und Metallrohren.

Ohne Zweifel haben die von der Opposition unterstützten Proteste auch innenpolitische Ursachen. Doch der Aufstand der Näherinnen gibt auch hierzulande eine Menge Stoff zum selbstkritischen Nachdenken.

Nutzt die Marktmacht!

Es geht den Arbeitern der Bekleidungsindustrie, die für Modemarken wie Gap, Nike und H&M fertigen, um Löhne, die zum Leben reichen. Und das hat am Ende der Lieferkette auch immer etwas damit zu tun, wie viel Konsumenten für Kleidung zu zahlen bereit sind. Auch Billigklamotten haben ihren Preis – den wir gern andere zahlen lassen.

Dabei müssten Textilien gar nicht viel teurer werden, um Produzenten fair zu entlohnen. Die westlichen Massen-Einkäufer müssten nur etwas von ihren Margen opfern und ihre Marktmacht nutzen, um höhere Löhne durchzusetzen.

Dass H&M sich erst kürzlich darauf verpflichtet hat, in Kambodscha und Bangladesch bis spätestens 2018 einen existenzsichernden Lohn zu zahlen, ist ein erster überfälliger Schritt. Der zweite, viel schwierigere bestünde nun darin, sich mit den lokalen Gewerkschaften über die Höhe eines Existenzlohns zu einigen. (mit zys)

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