Die Bundesnetzagentur will sich nicht zu einer möglichen Erhöhung des Briefportos äußern. Eine Sprecherin der Behörde sagte der FR, das bisherige Berechnungsverfahren gelte noch bis Ende 2011. Es sei noch nichts entschieden, für Spekulationen über eine Änderung sei es noch zu früh.
Post-Vorstandschef Frank Appel hatte sich im Interview mit der FR indirekt für eine Portoerhöhung ausgesprochen. "Der Gesetzgeber muss sich fragen, ob die anstehende Neuregelung im Jahr 2012 nicht flexibler und an den tatsächlichen Marktgegebenheiten ausgerichtet sein sollte", so Appel.
Die Netzagentur muss jährlich die Tarife der Post genehmigen. Dabei legt der Regulierer die Entwicklung des Verbraucherpreisindexes abzüglich des Produktivitätsfortschritts bei Postdiensten zugrunde. Nach der bisherigen Regelung darf die Post das Porto erst bei einer Inflation von mehr als 1,8 Prozent anheben. Die Post hat das Porto seit 13 Jahren nicht mehr erhöht, zuletzt sank es 2003 auf 55 Cent.
Finanzvorstand Lawrence Rosen hatte bereits im Mai angekündigt, die Post wolle zumindest einen jährlichen Inflationsausgleich durchsetzen. Appel sagte, die bisherige Regulierung habe zu einer Zeit mit steigendem Briefaufkommen gepasst. Damit sei es vorbei. "Heute wirft der Briefträger statt zwei nur noch einen Brief ein. Das kostet uns Geld", erklärte der Post-Chef.
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