Aktuell: Fußball-EM 2016 | US-Wahl | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Wirtschaft
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse, Finanz-Themen

12. Juni 2012

Kinderarbeit: Grabsteine aus Kinderhand

 Von Tobias Schwab
Ein Mädchen bearbeitet im indischen Bundi (Rajasthan) Granitblöcke.  Foto: Tobias Schwab

Schuften statt pauken ist für Millionen Kinder bitterer Alltag. Besonders makaber: Zahlreiche Grabsteine auf deutschen Friedhöfen stammen aus Kinderarbeit in Indien.

Drucken per Mail

Zahlreiche Grabsteine auf deutschen Friedhöfen stammen aus Kinderarbeit in Indien. Für die oft nichts ahnenden Kunden sind diese Grabsteine unschlagbar günstig. Doch den Preis dafür zahlen andere: Kinder, die in indischen Steinbrüchen schuften, sich dabei bereits in frühen Jahren Staublungen, chronische Augenentzündungen und Haltungsschäden einhandeln. Vor allem aber bekommen sie nie eine Schule von innen zu sehen und haben keine Chance auf eine Grundbildung.

Schuften statt pauken, das ist nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) weltweit für mehr als 215 Millionen Kinder bitterer Alltag. Sie schleifen Diamanten, schleppen Kakaofrüchte, knüpfen Teppiche oder behauen in sengender Sonne Steine. 115 Millionen von ihnen gehen laut ILO sogar einer Arbeit nach, die als gefährlich und ausbeuterisch eingestuft wird.

Was die Jungen und Mädchen beispielsweise in den Steinbrüchen des indischen Bundesstaates Rajasthan mit Meißel und Hammer bearbeiten, landet nicht nur auf deutschen Friedhöfen, sondern auch als Pflaster in Fußgängerzonen und Gärten. Branchenkenner gehen davon aus, dass mittlerweile 50 bis 60 Prozent der Gedenksteine auf deutschen Kirchhöfen aus Indien kommen.

Das Statistische Bundesamt weist jedenfalls einen wachsenden Trend aus. Allein in der Rubrik „Polierter, verzierter Granit“ stiegen die Einfuhren aus Indien von rund 41.000 im Jahr 2006 auf 55.000 Tonnen in 2010.

Künftig dürfe es in Deutschland keine Grabsteine mehr geben, die aus Kinderhand stammen, fordert Ulrich Thöne, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), anlässlich des heutigen Welttages gegen Kinderarbeit. „Kinder und Jugendliche gehören in Bildungseinrichtungen und brauchen eine berufliche Perspektive. Wer ihnen Bildung und Ausbildung verweigert, nimmt ihnen die Möglichkeit, den Armutskreislauf zu durchbrechen, und raubt ihnen Lebenschancen“, sagte Thöne der Frankfurter Rundschau.

1 von 2
Nächste Seite »

[ Wie wollen wir wohnen? Die neue FR-Serie - jetzt digital oder gedruckt vier Wochen lang ab 19,50 Euro lesen. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.

Geld

Raus aus den Tresoren!

Von Beate Bockting |

Bargeld muss ein öffentliches Gut werden Mehr...

Integration

Manfred und Mohammed

Von Fabiola Rodríguez Garzón |

Zuwanderer sollen die besseren Bürger werden Mehr...

FRAX

Die Frankfurter Rundschau und das Forschungsinstitut Wifor präsentieren den FR-Arbeitsmarktindex, kurz FRAX. Er erlaubt einen genaueren Blick auf unsere Arbeitswelt als es die Arbeitslosen- und Beschäftigtenzahlen tun.

Videonachrichten Wirtschaft

Anzeige

Forum Entwicklung

Recht auf Arbeit – auch für Kinder?

Das Forum Entwicklung ist eine Debattenreihe von Frankfurter Rundschau, hr-iNFO und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).  

Weltweit arbeiten rund 150 Millionen Kinder – oft unter ausbeuterischen Bedingungen auf Plantagen, in der Teppichproduktion oder als Dienstmädchen. Darum geht es beim „Forum Entwicklung“ am Donnerstag, 23, April. Mehr...

Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen