Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) ruft fast in der gesamten Republik Erzieherinnen zu einem Warnstreik auf. Deswegen bleiben viele kommunale Kindertagesstätten geschlossen.
Auch Sozialpädagogen und Sozialarbeiter in Jugendzentren oder Einrichtungen für behinderte Menschen sollen sich an den Protesten beteiligen. Insgesamt rufe Verdi 10.000 bis 14.000 Beschäftigte zu Aktionen auf, sagte eine Sprecherin.
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Die Gewerkschaft Verdi hat ein "Bürgertelefon" eingerichtet, insbesondere für Eltern, die Fragen zu dem Streik haben: 0180/222 00 55.
Ein "größerer Teil" der Kitas werde ganz geschlossen bleiben oder kürzer als üblich geöffnet haben. In Baden-Württemberg rechnet Verdi mit "mehreren Hundert geschlossenen Einrichtungen".
Bundesweit seien Streiks vor allem in größeren Städte geplant, etwa in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Stuttgart, Mainz, München, Leipzig, Dresden, Kiel und Hannover. In Hessen werden vermutlich Kitas in Rüsselsheim und Offenbach ganz dicht bleiben, auch in Frankfurt gibt es Proteste, Verdi rechnet aber nicht mit einem Komplett-Ausfall der Kitas.
Die Eltern seien schon vor Tagen über die Aktionen informiert worden, damit sie für ihre Kinder eine Alternative suchen können, betonte die Verdi-Sprecherin. Keine Streiks gebe es in Berlin und Hamburg, weil hier gesondert verhandelt werde. Morgen beginnt eine Urabstimmung über einen regulären Streik.
Verdi fordert für die rund 200.000 Beschäftigten in Sozial- und Erziehungsdiensten einen Gesundheits-Tarifvertrag. Laut Verdi haben nur 13 Prozent aller Erzieherinnen in einer Umfrage angegeben, dass sie während oder direkt nach der Arbeit keine Gesundheitsbeschwerden empfinden.
Die anderen klagten etwa über Kopf- und Rückenschmerzen, Erschöpfung und Hörverschlechterungen. Verdi fordert, dass jährlich Gefährdungen am Arbeitsplatz ermittelt werden. Sollten sich Betroffene und Arbeitgeber nicht einigen können, was zu tun ist, entscheidet eine betriebliche Kommission. Zudem sollen Erzieherinnen besser eingruppiert werden. Zurzeit fangen viele laut Verdi mit rund 1900 Euro im Monat an. Für diese Forderung gilt aber noch die Friedenspflicht.
Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) betonte, sie verschließe sich dem Thema Gesundheitsvorsorge keineswegs und wolle in ihren Gremien darüber beraten. Zudem biete die VKA ein Gehaltskonzept, das Erzieherinnen "bis zu" 220 Euro mehr Geld im Monat bringe.
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