Sein digitales Bücherregal, gespeichert auf dem Kindle, so verheißt die Werbung, kann man immer dabei haben, egal wo. Zumindest bis Amazon sich entscheidet, es zu löschen. Einfach so, ohne Vorwarnung, ohne Begründung.
Genau das soll einer norwegischen Frau passiert sein. Das Vorgehen sorgt im Netz für Aufruhr. Der norwegischen Medienblogger Martin Bekkelund berichtete als erster über den Fall. Die Norwegerin, nur als Linn identifiziert, schreibt er, ist eine Freundin von ihm.
In den USA gab es das Kindle Fire schon - jetzt kommt es auch nach Deutschland - in zwei verschiedenen Versionen. Foto: Amazon/Handout
Die Norwegerin bemerkte demnach plötzlich, dass ihre komplette Kindle-Bibliothek gelöscht war. Als sie sich an die Amazon-Kundenbetreuung wendete, teilte diese ihr nur mit, dass ihr Konto geschlossen worden sei, alle Bestellungen gecancelt und alle gekauften Inhalte entfernt. Als Begründung gab der Konzern an, wie man in den veröffentlichten E-Mails nachlesen kann, man habe festgestellt, dass ihr Konto direkt mit einem anderen verbunden sei, das zuvor wegen Missbrauch der Nutzungsbedingungen geschlossen wurde.
Auch als die Norwegerin daraufhin nachfragte, was damit gemeint sei, da sie nur über einen Amazon-Account verfügen würde, erhielt sie von der Kundenbetreuung keine genaueren Informationen. Stattdessen teilte Amazon ihr nur mit, man sei nicht in der Lage darüber zu informieren, wie man verschiedene Konten miteinander in Verbindung setze.
Als die Norwegerin erneut nachhakte, beschied Amazon ihr knapp, man bedauere, dass man ihr Problem nicht zu ihrer Zufriedenheit lösen könne. Zusätzliche Informationen zur Löschung ihres digitalen Bücherreals könne man ihr aber nicht geben. Stattdessen heißt es in der E-Mail zynisch: „Wir wünschen Ihnen viel Glück bei der Suche nach einem Händler, der besser zu Ihren Bedürfnissen passt.“
Der Fall wirft ein Schlaglicht darauf, was den meisten Nutzern nicht bewusst ist: Digitale Bücher bei Amazon zu kaufen, so heißt es eindeutig in den Nutzungsbedingungen, bedeutet eben nicht, sie wirklich zu kaufen. Die Inhalte werden dem Nutzer von Amazon nur bereit gestellt. Verstößt der Nutzer gegen die Nutzungsbedingungen des E-Book-Giganten, behält es sich Amazon vor, die Bücher wieder zu entziehen. Im Fall der Norwegerin könnte der Verstoß daran gelegen haben, so wird im Netz vermutet, dass sie ein Buch auf der englischen Amazon-Website kaufte - dieses aber nicht in Norwegen bezogen werden konnte.
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Amazon wollte den Fall auf Anfrage dieser Zeitung nicht kommentieren. Stattdessen teilte der Konzern mit: „Der Status eines Kundenkontos sollte die Zugriffsmöglichkeit eines Kunden auf seine Kindle-Bibliothek nicht beeinträchtigen." Kunden sollten sich an die Kundenbetreuung wenden. Doch genau dies hatte die Norwegerin gleich mehrfach getan. Nach der Empörungswelle im Netz soll ihr Konto nach Medienberichten wieder hergestellt worden sein.
Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass Amazon in die digitale Bibliothek der Nutzer eingreift: Vor zwei Jahren sorgte der Konzern für Aufsehen als er ausgerechnet Bücher von George Orwell, 1984 und die Farm der Tiere, wie von Geisterhand aus der Bibliothek seiner US-Kunden entfernte. Damals begründete der Konzern das Vorgehen damit, dass die Rechteinhaber auf die Löschung bestanden hätten.
Schützen können sich die Kindle-Nutzer gegen den Großen Bruder Amazon nicht: Anders als andere E-Book-Anbieter betreibt Amazon den Kindle als Festung – es ist nicht möglich, die E-Books aus dem Kindle-Lesegerät oder der Kindle-App in andere Apps oder Lesegeräte zu importieren. Wer sich auf Amazon festlegt, ist dem Konzern ausgeliefert.
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22% | Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen. |
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67% | Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht. |
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11% | Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend. |

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