Langes Gesicht auch bei der südafrikanischen Außenministerin und Vorsitzende des Klimagipfels Maite Nkoana-Mashabane.
Foto: AFP
Langes Gesicht auch bei der südafrikanischen Außenministerin und Vorsitzende des Klimagipfels Maite Nkoana-Mashabane.
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Erneut sind Versuche, einen Fahrplan für ein neues Klimaschutzabkommen zusammenzustellen, gescheitert. Das Gastgeberland Südafrika bemüht sich um ein weiteres Treffen. Ein Scheitern der Konferenz scheint dennoch nicht mehr ausgeschlossen.
Durban –
Auf der Klimakonferenz im südafrikanischen Durban arbeiten die Unterhändler mit Hochdruck an einem Fahrplan für ein neues Klimaschutzabkommen. Nachdem in der Nacht kein Kompromiss erzielt werden konnte, sollten die Verhandlungen am Morgen wieder aufgenommen werden. Ob es allerdings in Durban zu einer Verständigung auf weitere Schritte im Kampf gegen den Klimawandel kommen würde, blieb zunächst unklar. Ein Scheitern der Konferenz wäre damit nicht ausgeschlossen.
Mehrheit tut nichts gegen Klimawandel
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Mehrheit tut nichts gegen Klimawandel
Nur etwa ein Drittel der Befragten achten auf ihre eigenen CO2-Emissionen. Foto: Marcus Brandt
Die Klimabewussten sparen vor allem beim Strom, heizen weniger und lassen das Auto öfter stehen. Foto: Frank Rumpenhorst
84 Prozent der Befragten meinen, dass es den Regierungen - etwa beim derzeitigen UN-Klimagipfel im südafrikanischen Durban - nicht gelingen werde, den Klimawandel zu stoppen. Foto: Elizabeth Ruiz
Zwar haben die meisten der Befragten keine konkrete Angst vor einer Klimakatastrophe, doch bewerten sie die Entwicklung des Klimas zumeist pessimistisch. Foto: Frank Rumpenhorst
Allein die Luftverschmutzung aus Industriebetrieben kostet jeden Bürger in der EU durchschnittlich 200 bis 330 Euro pro Jahr. Foto: Robert B. Fishman
Afrika ist schon jetzt ein Opfer des Klimawandels. Dabei verursacht niemand so wenig Treibhausgase wie der kaum entwickelte Kontinent. Nun sind die die finanziellen Erwartungen der Entwicklungsländer an die industrialisierte Welt gewaltig. Foto: Boris Roessler
Die meisten Deutschen haben ihren persönlichen Lebensstil angesichts des Klimawandels nicht verändert. In einer Forsa-Umfrage für das Hamburger Magazin «Stern» erklärten zwei Drittel, sie täten nicht mehr für den Klimaschutz als früher. Foto: Tim Brakemeier
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Bundesumweltminister Norbert Röttgen forderte ein Ende der Blockadehaltung von den USA, China und Indien. Es müssten sich diejenigen bewegen, „die bislang noch im Weg stehen, dass es ein Ergebnis hier gibt, das sich orientiert an dem Zwei-Grad-Ziel“, sagte Röttgen am Samstagmorgen in Durban mit Blick auf diese drei Staaten. Er fügte hinzu: „Wir sind sehr, sehr spät, viel später als geplant.“
Gemeinsam mit zahlreichen Entwicklungsländern fordert die EU ein klares Mandat für weitere Verhandlungen mit dem Ziel eines rechtsverbindlichen Vertrags. Vor allem die USA, China und Indien sperren sich gegen eine rechtliche Verbindlichkeit und wollen neue Klimaschutzvereinbarungen zudem erst ab 2020.
Zeitplan für neues Abkommen 2015
Röttgen hält einen Kompromiss noch für möglich. So habe es in der Nacht Fortschritte gegeben im Hinblick auf die Rechtsverbindlichkeit eines künftigen Klimaabkommens. Zudem werde in einem Entwurf für ein Abschlussdokument nicht mehr das Jahr 2020 als Zeitraum für das Inkrafttreten einen neuen Klimavertrag genannt, was die EU als zu spät erachtet. Man könne das Papier aber nur im Kontext mit anderen Details bewerten, die zunächst noch nicht vorgelegen hatten.
Vom Klimawandel bedrohte Tiere
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Vom Klimawandel bedrohte Tiere
Der Eisbär ist zum Symbol des Klimwawandels geworden. Denn an den Polen, wo das Eis schmilzt, zeigen sich die klimatischen Veränderungen besonders deutlich.
Foto: Greenpeace/dpa
Nicht nur beim Eisbär in der Arktis zeigt sich der Klimawandel - auch die Königspinguine in der Antarktis leiden unter den sich ändernden Wetterbedingungen.
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Korallenriffe reagieren heute schon empfindlich auf die steigenden Wassertemperaturen. Sie bleichen rascher aus und sterben ab.
Foto: Census of Marine Life/David Shale/dpa
Das Treibhausgas Kohlendioxid säuert die Weltmeere an. Der sinkende PH-Wert der Ozeane beeinträchtigt die Lebensbedingungen vieler Tiere, zum Beispiel der Seeigel.
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Auch der beliebte Speisefisch Kabeljau ist vom Klimawandel betroffen. Nicht genug, dass sein Bestand durch Überfischung stark dezimiert wurde. Warme Wintertemperaturen beeinflussen seinen Biorhythmus. Er legt seine Eier zu früh ab und viele Larven sterben, weil sie nach dem Schlüpfen nicht genug Nahrung finden.
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Das Hamburger NDR-Maskottchen Antje ist bereits seit 2003 tot. Ihre Artgenossen in der Arktis könnten es ihr bald gleich tun, denn Walrösser leiden ebenso wie andere Robbenarten unter der Eisschmelze.
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So wie auf die Ozeane, wirkt sich der Klimawandel auch auf die Bewohner der Lüfte aus. Einige Zugvögel-Arten finden ihre lebenswichtigen Rastplätze überschwemmt vor und Meeresvögel verhungern, weil die Fische in tiefere - kühlere - Gewässer abgetaucht sind.
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Auch die Landbewohner sind vom Klimawandel betroffen. Denn schreitet der weiter fort, werden sich die Vegetationszonen stetig in Richtung der Pole verschieben. Ihnen zu folgen ist für Tiere wie den Roten Panda kaum möglich - weil wir Menschen die Erde bereits zu dicht besiedelt haben.
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Der Klimawandel bedroht nicht nur die Zukunft der Menschheit, sondern auch viele Tierarten weltweit. Der Koalabär etwa könnte zu den ersten Opfern der globalen Erwärmung gehören - denn Treibhausgase reduzieren den Nährstoffgehalt in Koalas Lieblingsspeise: Eukalyptusblättern.
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In einem Entwurf für ein Abschlussdokument skizziert die südafrikanische Präsidentschaft einen Weg für ein Klimaschutzabkommen, das für alle Staaten gelten soll. Die Arbeit daran solle unverzüglich beginnen und „als dringliche Angelegenheit“ vorangetrieben werden, sodass das Abkommen spätestens 2015 verabschiedet werden könne. Ausdrücklich werden die UN-Staaten aufgefordert, ihre Ziele zur Minderung der CO2-Emissionen zu erhöhen. In den Prozess einfließen sollen die Ergebnisse des nächsten Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC und der geplanten Überprüfung der Minderungsziele zwischen 2013 und 2015. Unklar war am Samstag aber zunächst, ob der Entwurf Bestand haben würde.
Zeugnisse des Klimawandels
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Zeugnisse des Klimawandels
Von 1990 bis 1995 gab es eine ungewöhnlich lange "El Nino"-Warmphase. Es wird für viele Tiere immer schwieriger, Nahrung zu finden, auch für Pinguine am Strand nahe Sydney.
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Weltweit ist ein Anstieg des Meeresspiegels um 10 bis 25 Zentimeter innerhalb der letzten 100 Jahre festzustellen, hauptsächlich als Folge der Ausdehnung des Wassers aufgrund der Erhöhung der Wassertemperatur. Kleine Inseln verschwinden als erste im Meer.
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In Alaska wird ein Anstieg der Oberflächentemperatur von 2 bis 4 Grad Celsius gemessen.
Foto: dubhe/cc-by
Über Land wird eine Zunahme der Wolkenbildung beobachtet.
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In den Alpen nimmt die Schneedecke rapide ab.
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In der Antarktis bricht das Schelfeis ab.
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Die Zukunft sieht düster aus. Weitere mögliche Auswirkungen des Klimawandels könnten zum Beispiel das Abschmelzen der Polkappen ...
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... oder ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels sein.
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Extreme Wetterereignisse könnten in Zukunft weiter zunehmen, wie zum Beispiel Überschwemmungen.
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Meeresströmungen könnten sich verschieben, mit den dadurch verbundenen extremen regionalen Klimaveränderungen.
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Der Klimawandel ist bereits heute deutlich zu spüren. In allen Erdteilen gibt es Veränderungen: In den Tropen wird eine Zunahme der Luftfeuchtigkeit festgestellt.
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Die Umweltorganisation Greenpeace unterstützte den Vorschlag. Der Klimaexperte der Umweltorganisation Greenpeace, Martin Kaiser, äußerte die Hoffnung, dass der Text unverändert im Plenum der Klimakonferenz beraten würde, da dann offensichtlich würde, auf welcher Seite die EU, China und die USA „am Ende stehen“. Er forderte Röttgen auf, keine Kompromiss zu machen.
Gesamtpaket muss noch beschlossen werden
Auch ein Vorschlag zur Zukunft des Kyoto-Protokolls lag am Samstag vor. Da sich die Industriestaaten nur zu Minderungen ihrer Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2012 verpflichtet hatten, musste eine Nachfolgeregelung gefunden werden. Die südafrikanische Präsidentschaft schlägt nun eine neue Verpflichtungsphase vor, die bis Ende 2017 gehen könnte. Auf der Konferenz im nächsten Jahr sollen die Kyoto-Staaten konkrete Ziele zur Emissionsminderung vorlegen. Kanada, Japan und Russland scheren aus dem Kyoto-Protokoll aus und werden keine neuen Verpflichtungen eingehen.
Immerhin verständigten sich die Unterhändler nach Aussagen des Geschäftsführers der Hilfsorganisation Germanwatch, Christoph Bals, auf weitere Details, unter anderem zum Waldschutz. Allerdings sei die Frage der Finanzierung bislang ausgeklammert worden.
Offiziell hätte die Klimakonferenz am Freitagabend zu Ende gehen sollen. Stattdessen kämpft die südafrikanische Regierung als Gastgeber gegen ein Scheitern der Verhandlungen. Gespräche auf Ministerebene wurden auf Samstagnachmittag vertagt. Weil aber viele Delegierte kurz vor der Abreise standen, könnte es substantielle Entscheidungen erst im kommenden Jahr geben.