Aktuell: Wochenend-Magazin FR7 | Medikamententests an Heimkindern | Türkei | Flucht und Zuwanderung | USA nach der Wahl
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Wirtschaft
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse, Finanz-Themen

24. September 2014

Klischee: Von wegen Gemüsehändler

 Von 
Taskin Akkay (l.) ist Inhaber einer Heizungsbaufirma.  Foto: dpa

Rund 750.000 Migranten haben sich in Deutschland selbstständig gemacht. Eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Mannheim rückt Klischee-Vorstellungen zurecht.

Drucken per Mail

Unternehmen von Migranten schaffen verstärkt Arbeits- und Ausbildungsplätze. Dabei geht es zunehmend um qualifizierte Arbeiten. Diese Ergebnisse fördert eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Mannheim zutage, die am Mittwoch von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin vorgestellt wurde.

Während die „Migranten-Ökonomie“ in der Öffentlichkeit oft noch mit Gemüsehändlern, Änderungsschneidereien und Pizzerien gleichgesetzt werde, sei die Anzahl der qualifizierten Tätigkeiten deutlich gestiegen, stellen die Sozialwissenschaftler René Leicht und Marc Langhauser vom Institut für Mittelstandsforschung der Uni Mannheim fest. Jedes vierte Migrantenunternehmen sei mittlerweile im Bereich der „wissensintensiven Dienstleistungen“ tätig.

Bemerkenswerter Aufschwung

Rund 750 000 Migranten haben sich der Studie zufolge in Deutschland selbstständig gemacht. Die Zahl der Arbeitsplätze, die von diesen Firmen geschaffen wurden, beziffern die Autoren nach verschiedenen Berechnungsmodellen auf 2,2 bis 2,7 Millionen. „Innerhalb von nur zwei Jahrzehnten ist die Zahl der ausländischen Selbstständigen um 178 Prozent und damit mehr als vier Mal so stark angestiegen wie bei den Deutschen“, heißt es in der Untersuchung.

Das Engagement der Migrantenunternehmen beim Ausbilden sei innerhalb eines knappen Jahrzehnts deutlich gewachsen, stellen die Mannheimer Sozialwissenschaftler fest. Jeder fünfte Migrantenbetrieb bilde aus, kaum weniger als unter den „einheimischen“ Unternehmen (23 Prozent). Russische Zuwanderer (24 Prozent) übertreffen die Ausbildungsquote der Unternehmer ohne Migrationshintergrund.

Mehr dazu

Da Migrantenunternehmen im Durchschnitt kleiner sind, schneiden sie noch besser ab, wenn man den Anteil der Azubis an der gesamten Belegschaft heranzieht. „Diese Ausbildungsquote wird in einigen Herkunftsgruppen sogar leicht übertroffen; insbesondere von den ,türkischen‘ Unternehmen mit fast acht Azubis pro 100 Beschäftigte“, heißt es in der Studie.

Die Auftraggeber von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung weisen darauf hin, dass die Ergebnisse einige Klischees über Migranten-Unternehmen zurechtrückten. Sie hätten „einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt“, heißt es im Vorwort der Stiftungsvertreter Robert Philipps und Günther Schultze.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.

 

Gastwirtschaft

Ja, wir können das!

Von Christine Ax |

Packen wir unser europäisches Projekt an. Mehr...

Elterngeld

Schwanger mit Kalkül

Kinderwunsch? Paare sind oft einer „Optimierungsaufgabe“ ausgesetzt.

Wenn das Kinderkriegen nur noch nach Abwägen aller ökonomischen und sozialen Faktoren entschieden wird, muss die individuelle Wahlfreiheit bezweifelt werden. Mehr...

FRAX

Die Frankfurter Rundschau und das Forschungsinstitut Wifor präsentieren den FR-Arbeitsmarktindex, kurz FRAX. Er erlaubt einen genaueren Blick auf unsere Arbeitswelt als es die Arbeitslosen- und Beschäftigtenzahlen tun.

Anzeige

 

Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen