Thüringen übernimmt Verantwortung für Opel und stellt Kreditbürgschaften für den Autobauer bereit. Andere Bundesländer hingegen zieren sich noch mit verbindlichen Zusagen. Von Frank-Thomas Wenzel ( Mit Video)
Die Rettung für Opel kommt voran. Thüringen will helfen, andere Bundesländer aber zieren sich noch mit Zusagen.
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Die Rettung für Opel kommt voran. Thüringen will helfen, andere Bundesländer aber zieren sich noch mit Zusagen.
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"Jetzt ist die Regierungschefin gefragt". Dies fordert Matthias Machnig (SPD), Wirtschaftsminister in Thüringen. "Die Bundeskanzlerin muss jetzt zu ihrem Wort stehen und den Weg für Hilfen für Opel frei machen", sagte Machnig der FR. Thüringen jedenfalls übernehme Verantwortung für das Unternehmen. Das Kabinett in Erfurt beschloss am Dienstag Kreditbürgschaften über 27,3 Millionen Euro.
Thüringen ist mit dem Werk in Eisenach eins von vier Bundesländern mit Opel-Standorten. Der Stammsitz ist im hessischen Rüsselsheim, es gibt zudem Produktionsstätten in Bochum (Nordrhein-Westfalen) und in Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz).
Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) kritisierte das Vorpreschen der Thüringer: "Hier soll nur der politische Druck erhöht werden", sagte Posch dieser Zeitung. Die hessische Landesregierung mache sich für "ein geordnetes Verfahren" stark. Das bedeute, dass zuerst die Gremien des Deutschlandfonds über die Opel-Hilfen beraten, erst dann sei die Politik gefragt.
Die Regierung in Mainz lässt zunächst eine Entscheidung über eine Bürgschaft offen. Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) informierte das Kabinett lediglich über den Stand der Dinge. Man werde sich jetzt mit den anderen Landesregierungen und dem Bund abstimmen, sagte ein Sprecher der Landesregierung in Mainz.
Rückblick - Aktionen für Opel
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Rückblick - Aktionen für Opel
Auch ohne GM könne Opel bestehen, ist verbreitete Meinung unter den Demonstranten - schon lange bevor solche Pläne konkret werden sollten.
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Schon am frühen Morgen machen sich die Opel-Mitarbeiter in Bochum auf den Weg nach Rüsselsheim zur zentralen Kundgebung.
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Bis zu 15.000 Teilnehmer werden erwartet.
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Aber nicht nur in Rüsselsheim gehen die Opelaner auf die Straße, sondern in ganz Europa.
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Sie kämpfen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und gegen Standortschließungen. Opel bemüht sich derzeit um staatliche Hilfen.
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Im Gespräch ist schon im Frühjahr die Abtrennung vom angeschlagenen Mutterkonzern General Motors. Der US-Autobauer kann damals nur durch staatliche Notkredite überleben.
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Opel-Mitarbeiter der Standorte Rüsselsheim und Bochum marschieren zur zentralen Kundgebung vor dem Opel-Stammsitz in Rüsselsheim.
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Ein Mitarbeiter der passend zur Parole sein Banner an einem Regenschirm befestigt hat.
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Auch die nächste Opelaner-Generation ist mit dabei: das Kind des Mitarbeiters trägt ein Plakat auf dem: Mein Bruder, mein Vater und mein Großvater sind gut für Europa."
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Deutliche Worte eines Opelaners.
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Auch Bundesaußenminister und SPD-Kandidat Frank-Walter Steinmeier ist zum Aktionstag von Opel gekommen und hat zu den Arbeitern gesprochen. Sein Auftritt sorgt für Streit. Seine Einladung durch die IG Metall zu der Kundgebung sei parteipolitisch motiviert gewesen, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Christdemokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Gerald Weiß. Er sehe das als unschöne Wahlkampfhilfe. "Es ist recht instinktlos, dass die IG Metall den SPD-Kanzlerkandidaten eingeladen hat und nicht die von der Sache her zuständigen Minister Karl-Theodor zu Guttenberg und Olaf Scholz."
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Den ganzen Tag über sind Opelaner aus ganz Deutschland nach Rüsselsheim gekommen.
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Solidaritätsbekundungen: Nicht nur Mitarbeiter nehmen an dem Aktionstag teil.
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Rund 1000 Menschen kommen auf den Marktplatz in Eisenach.
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Auch in Kaiserslautern demonstrieren Opel-Mitarbeiter.
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Opel-Mitarbeiter demonstrieren im Februar 2009 am Stammsitz des Unternehmens in Rüsselsheim im Rahmen des Opel-Aktionstages für die Rettung des angeschlagenen Autobauers. Hintergrund der Proteste ist nach Angaben des Betriebsrats die geplante Übergabe eines Geschäftsplans für die Zukunft der Tochter des US-Konzerns General Motors an die Bundesregierung.
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Opel - Marke mit Tradition
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Opel - Marke mit Tradition
Werbeanzeige für den Opel Manta A, GT/E Sondermodell Black Magic, 1975
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Eine Werbeanzeige für den Opel Kadett A, 1963-1965
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Eine Werbeanzeige für das Opel Commodore A, Coupé, GS, Jahrgang 1967
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Der Opel Commodore A, Coupé, GS/E, aus dem Jahr 1970-1971
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Der Opel Kadett B, Coupé Rallye, LS, 1967-1970
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Aus dem Jahre 1971: Der Opel GT/J
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Der Opel Diesel Rekordwagen auf Basis des Opel GT von 1972.
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Damals nobel: der Opel Rekord D, Luxus, 1972-1977.
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Kurt C. Volkhart am Steuer des ersten Raketenautos Opel RAK 1, 1928.
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Die Werbeanzeige für den Opel Manta A, GT/E Sondermodell Black Magic, 1975
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Werbeanzeige für den Opel Kapitän, 1938
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Werbeanzeige für den Opel Kapitän, 1948
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Werbeanzeige für den Opel Admiral von 1937.
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Ein weiterer Opel Olympia, aus dem Jahre 1951-1953
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Der Opel Kapitän P1, 1958-1959
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Werbeanzeige mit Walter Röhrl für das Opel Kadett C Coupé, GT/E, 1975
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Der Opel Manta A, Luxus, 1970-1975
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Die momentane Krise von Opel bietet Gelegenheit, die Geschichte des Unternehmens Revue passieren zu lassen. Seit 1898 bauen die Nachfahren Adam Opels Automobile. Von peppig bis bieder- der Rückblick auf die wichtigsten Modelle ist unterhaltsam. Ein Klassiker seiner Zeit war beispielsweise der Opel Olympia Rekord aus dem Jahr 1953.
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In Düsseldorf hieß es offiziell: "Kein Kommentar." Wie aus Kreisen der nordrhein-westfälischen Landesregierung zu erfahren war, gibt es jedoch keinen Zweifel daran, dass die Landesregierung ihren Anteil von rund 100 Millionen an der Bürgschaft übernehmen wird.
Insgesamt verlangt die Opel-Mutter General Motors (GM) in Deutschland Bürgschaften über 1,1 Milliarden Euro. Mit etwa der Hälfte soll der größte Teil vom Bund kommen, es folgt Hessen mit knapp einem Drittel. Für deutlich weniger sollen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geradestehen.
Armin Schild, Leiter des IG-Metall-Bezirks Frankfurt, sprach von einem "überzogenen Budenzauber" einiger Politiker. Er verlangt eine "unvoreingenommene Entscheidung" der Politik. Dabei müsse man bedenken, dass die Bürgschaft nur eine "vorübergehende Belastung" sei. Doch das Geld werde verzinst zurückgezahlt, so der Gewerkschafter, der auch im Opel-Aufsichtsrat sitzt. Werde gegen die Bürgschaft entschieden, drohten Produktionsverlagerungen in Länder, in denen es staatliche Hilfen für Opel gebe. Schild meint damit vor allem Großbritannien und Spanien. Dies bedeute: Verlust von Arbeitsplätzen und Standorten hierzulande und den unumkehrbaren Abfluss von Know-how.
Neben den Landesregierungen diskutierten am Dienstag die acht Experten im Lenkungsrat des Deutschlandfonds den Fall Opel. Das Gremium kann allerdings dem Lenkungsausschuss nur Empfehlungen geben. Der Deutschlandfonds vergibt Bürgschaften und Kredite an Firmen, die durch die Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten geraten sind.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte am Nachmittag, es werde "ein paar Tage dauern" bis die Stellungnahme des Rats vorliege. Danach sei die "politische Entscheidungsebene" gefordert. "Genau die muss jetzt handeln", betonte Machnig. Die Bundesregierung könne nicht "Banker mit Milliarden unterstützen und die Arbeiter im Regen stehen lassen". Die ewige Hängepartie um Opel sei nicht gut für die Marktentwicklung des Unternehmens. Für die Kunden müsse Klarheit geschaffen werden.
Dass der Autobauer ein Anrecht auf staatliche Hilfe hat, steht für Machnig außer Frage. Die Beschäftigten seien zu Lohnverzicht über mehrere Jahre bereit. Es gebe Vereinbarungen zwischen Belegschaft und Management über Zukunftsinvestitionen mit neuen Produkten. Und fundamental habe sich in den vergangenen Monaten an der Lage von Opel nichts geändert. Der Autobauer sei noch immer defizitär. Im ersten Quartal verbuchte das Europa-Geschäft von GM einen Verlust von einer halben Milliarde Dollar. General Motors fuhr aber insgesamt einen Gewinn von 865 Millionen Dollar ein.