Wie war das nochmal mit der Bildungsrepublik? Ach ja: Im Juni 2008 hat Bundeskanzlerin Angela Merkel feierlich verkündet: „Wir müssen die Bildungsrepublik Deutschland werden.“ Aus Sicht von jungen Menschen hat das noch nicht so recht geklappt. 41 Prozent der Auszubildenden geben ihrer Berufsschule mittelmäßige bis schlechte Noten. 14 Prozent finden die Qualität gerade mal ausreichend oder sogar mangelhaft.
Das Zeugnis der Berufsschulen hat sich nicht etwa verbessert, es ist schlechter geworden. Vor zwei Jahren fanden noch 69 Prozent der Azubis ihre Schule gut, jetzt sind es laut DGB-Ausbildungsreport nur noch 59 Prozent.
Oft ist die technische Ausstattung der Schulen schlechter als in den Betrieben, heißt es in dem Bericht. Oft fehlen auch Lehrer. Tja, so ist das, wenn die Politik über Jahre der Maxime „Privat vor Staat“ folgt. Dann können Azubis nur staunen über die schlechte Ausstattung der öffentlichen Bildungseinrichtungen. Damit das Zeugnis nächstes Mal besser wird, brauchen die Schulen mehr als ein schönes Kanzlerwort: Sie brauchen Geld.
Auch Unternehmen, die ja über Fachkräftemangel klagen, können dabei helfen, dass aus noch mehr Azubis tadellos ausgebildete Beschäftigte werden. Für Kleinbetriebe ist es oft schwierig, in Eigenregie den Nachwuchs umfassend zu fördern. Deshalb schneiden sie in der Azubi-Umfrage schlechter ab als Großbetriebe. Hier helfen Verbünde mit anderen Firmen. Solche Modelle auszubauen, wäre ein pragmatischer Beitrag zur Vermeidung eines Fachkräftemangels.
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