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25. Januar 2013

Kommentar: Apple ist normaler geworden

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Angefressen war der Apfel doch schon immer - beeindruckend ist, wie lange Apple seine hohen Gewinnmargen hat halten können. Foto: dpa

Das musste ja passieren! Auch ein Konzern wie Apple kann nicht alle paar Jahre ein Gerät präsentieren, das den Markt revolutioniert. Doch nicht der Dämpfer ist das eigentlich Überraschende.

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Die Schadenfreude über Apples schlechte Quartalszahlen ist groß. Von jetzt an geht’s nur noch bergab, lautet der Tenor vieler Kommentar. Ist Apples Zauber wirklich verloren gegangen? Ja, das musste passieren – und es ist halb so schlimm. Es wäre selbst dem innovativsten Unternehmen der Welt unmöglich, alle paar Jahre ein Gerät auf den Markt zu bringen, das eine neue Geräteklasse prägt. Das gelang Apple mit dem iPod, dem iPhone und dem iPad. Auch einen zweiten Widerspruch kann Tim Cook, der Apple-Chef, nicht weghexen: Produkte, die sich extrem häufig verkaufen, können nicht ewig cool, fortschrittlich und den Trendsettern vorbehalten sein. Sie werden Alltag und damit unspektakulär.

Nicht der Dämpfer für Apple ist überraschend, im Gegenteil: Wie lange Apple seine fantastischen Gewinnmargen halten konnte, grenzt an ein Wunder. In der Regel ist es unmöglich, ohne Monopol über viele Jahre hinweg eine Gewinnmarge von über 50 Prozent zu erzielen, weil solche Traumrenditen die Wettbewerber schneller anziehen als eine iPhone-App installiert ist.

Apples Verbindung von eleganter Software-Umgebung und gut abgestimmter Hardware konnte die Konkurrenz erstaunlich lange deklassieren. Jetzt haben die Hersteller von Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android gleichgezogen. Das Desaster mit dem Kartendienst fürs iPhone zeigte, dass selbst Apple nicht immer die Stärke besitzt, einen eigenen Weg zu gehen.

Der Konzern ist allerdings immer noch in einer sehr komfortablen Lage. In Asien ist noch viel Wachstum möglich. Apple kann die Produktpalette ausbauen, zum Beispiel ein abgespecktes oder ein größeres iPhone auf den Markt werfen. Möglicherweise hat Tim Cook mit Apple-TV sogar noch einen Trumpf im Ärmel, der sticht. Die Geldreserven von 137 Milliarden Dollar erlauben jederzeit Zukäufe, wenn Apple eine strategische Lücke sieht.

Die Apple-Aktie ist weiterhinmehr wert als vor einem Jahr. Apple ist immer noch der größte börsennotierte Konzern der Welt. Apple steht nicht kurz vor dem Absturz, sondern ist nur auf dem Weg, seine Sonderstellung, seine Fabelgewinne und seine extreme Börsenbewertung zu verlieren. Kurz: Apple wird normal. Das wäre übrigens auch unter Steve Jobs zwangsläufig geschehen. Auch er hätte die Gravitationskräfte des Marktes nicht dauerhaft außer Kraft setzen können.

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