Magna holt auf. Das Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer und der russischen Sberbank hat der früheren Opel-Mutter General Motors (GM) einen unterschriftsreifen Vertragsentwurf für eine Übernahme des Rüsselsheimer Traditionsunternehmens vorgelegt. Das Konsortium zieht also mit dem noch verbliebenen Mitbieter, dem belgischen Finanzinvestor RHIJ, gleich. Es wird aber noch dauern, bis ein Deal perfekt ist. Viele Gremien vom GM-Verwaltungsrat über die Opel-Treuhandgesellschaft bis zur EU-Kommission in Brüssel müssen noch entscheiden.
Dass der Poker schon bisher in immer neue Runden ging, daran hat auch die Politik Schuld. Die Bundesregierung ließ lange nur eine "gewisse Präferenz" für Magna erkennen. Für Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg war sogar eine "geordnete Insolvenz" von Opel eine Option. Erst in jüngster Zeit machte Berlin und allen voran Kanzlerin Angela Merkel mehr Druck für einen Beschluss zugunsten von Magna.
Immerhin rückt die Entscheidung nun näher. Und vieles spricht dafür, dass sie zugunsten des Betriebsratsfavoriten Magna fällt. Denn wenn es stimmt, dass Magna und GM jetzt alle noch strittigen Fragen geklärt haben, zählt letztlich das Geld. Den Trumpf in der Hand hat der Bund und haben die Länder. Beide Bieter sind auf Staatshilfe angewiesen.
Leider wäre Opel selbst dann noch nicht gerettet. Jedenfalls nicht auf längere Sicht. Denn die Überlebenschancen wären auch mit Magna und Sberbank sowie der Stütze vom Staat gering. Opel wäre weiter zu klein, um im scharfen Wettbewerb nicht unter die Räder zu kommen.
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