Der Leidensweg der Hypo Real Estate ist noch nicht zu Ende. Das neue Geschäftsmodell, das in einer neuen, von der Bankenkrise erzwungenen Finanzverfassung das Überleben ermöglichen soll, bietet der Hälfte des Kriseninstituts und dessen Belegschaft keine Perspektive. Aber auch für die andere Hälfte sieht es schlecht aus. Denn die Münchner müssen künftig sehr kleine Brötchen backen. Die Zeiten ansehnlicher Gewinne sind vorbei. Dagegen steht ein gigantischer Berg von Schulden und Verpflichtungen, die aus den diversen Rettungsaktionen von Staat und Finanzbranche resultieren. Dieser türmt sich zu einer zigfachen Milliardensumme auf. Eine Dimension, die der Immobilienfinanzierer niemals mehr aus dem operativen Geschäft erwirtschaften kann.
Die Zukunft ist also absehbar, zumal ohnehin die komplette Bank an die jetzigen Geldgeber verpfändet ist. Sie wird in ihre Bestandteile zerlegt und kommt spätestens in drei Jahren, wenn Banken mutmaßlich wieder verkäuflich sind, unter den Hammer. Den Anfang könnte schon bald die irische Tochter Depfa machen, deren grandios gescheiterte Zinswetten den ganzen Konzern fast zum Einsturz gebracht haben. Sie könnte demnächst unter dem Dach des Bankenrettungsfonds Soffin verstaatlich werden.
Zählt man alle schon geleisteten und die sich noch abzeichnenden Hilfen zusammen, dürfte die Abwicklung der Hypo Real Estate am Ende nur mit viel Glück weniger als 100 Milliarden Euro kosten. Das verantwortliche Management dürfte damit in die deutsche Wirtschaftsgeschichte als größter Geldvernichter alle Zeiten eingehen und wird hoffentlich vor Gericht dafür auch zur Rechenschaft gezogen.
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