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04. Juni 2009

Kommentar: Grüne Ampel

 Von THOMAS WÜPPER
Thomas Wüpper aus Berlin.  Foto: FR

Was hat die deutsche Lebensmittelindustrie zu verbergen? Warum ist die Kennzeichnung von Lebensmitteln so verpönt? Von Thomas Wüpper

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Seriöse Umfragen beweisen: Die meisten Verbraucher wünschen sich dringend eine einfache Kennzeichnung von Lebensmitteln. Das ist keine Überraschung. Denn jeder Kunde will wissen, was er kauft. Zum Beispiel, wie viel schädliches Fett oder Salz in der Fertigpizza steckt oder wie viel Zucker in Gummibärchen.

Was also hat die deutsche Lebensmittelindustrie zu verbergen? Warum folgen Hersteller und Handel nicht einfach dem drängenden Wunsch der Verbraucher nach klaren Informationen? Warum wird der Nährwert von Fertigprodukten, Tiefkühlware oder Getränken häufig in kleingedruckten Tabellen auf der Rückseite der Verpackung versteckt und in der Werbung meist ganz verschwiegen?

Die Antwort liegt nahe: Gerade manche teuer beworbenen Markenartikel sind heimliche Dick- und damit oft auch Krankmacher, zum Beispiel die bei Kindern beliebten überzuckerten süßen Fruchtsaftgetränke. Karies, Übergewicht, Diabetes, die Liste der Volkskrankheiten ist lang, für die falsche Ernährung maßgeblich verantwortlich ist. Auf 70 Milliarden Euro mindestens schätzen Experten inzwischen die jährlichen Kosten für das Gesundheitssystem und damit für uns alle.

Höchste Zeit also, das Problem mutiger anzupacken. Hier ist der Staat gefragt und muss klare Rahmenbedingungen für fairen Wettbewerb setzen. Dazu gehört vor allem eine bessere, verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln, um Verbrauchern die erste Orientierung beim Einkauf zu erleichtern. Das Drei-Farben-System ist dafür eine geeignete Lösung und sollte schleunigst europaweit per Gesetz vorgeschrieben werden.

Natürlich ist die Ampelkennzeichnung kein Allheilmittel. Sie erleichtert aber Verbrauchern den Einkauf, weil potenzielle Dickmacher auf einen Blick am roten Punkt zu erkennen sind. Vielleicht landet dann im besten Fall eher ein etwas teureres, aber dafür gesünderes Produkt im Einkaufswagen. Damit würden Anbieter hochwertiger Lebensmittel gestärkt, was wünschenswert wäre.

Eine transparente Produktkennzeichnung sorgt dafür, dass Wettbewerb und Marktwirtschaft besser funktionieren. Und die Ampel würde für etwas mehr Chancengleichheit zwischen der mächtigen Lebensmittelindustrie und den Verbrauchern sorgen.

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