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Kommentar: Höchste Zeit, dass der Yahoo-Chef geht

Gegen Microsoft, mit Microsoft - das Hin und und Her bei Yahoo erreicht die Dimension einer Seifenoper. Der Loser darin ist Yahoo-Chef Yang, meint Frank-Thomas Wenzel

Frank-Thomas Wenzel ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Frank-Thomas Wenzel ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Das Hin und und Her bei Yahoo hat längst die Dimension einer Seifenoper erreicht. Im Vergleich zu den vielen überraschenden Wendungen beim Internet-Pionier ist "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" eine beinahe gradlinig erzählte Kurzgeschichte.

Zum Standard-Personal der Seifenopern gehört auch immer der Loser. Die Figur, die immer alles falsch macht, die viel Hohn und viel Spott ertragen muss und ein bisschen Mitleid abbekommt. Konzern-Chef Jerry Yang ist in der Yahoo-Saga der Looser.

Noch im Frühjahr wollte Microsoft den Internetkonzern für 33 Dollar je Yahoo-Aktie kaufen. Yang lehnte ab. Inzwischen notiert das Papier bei 11,30 Dollar, und Yang hat am Mittwoch Microsoft gebeten, seinen Konzern nun doch zu kaufen.

Es wird höchste Zeit, dass der Konzernchef zurücktritt. Yahoo braucht einen Neuanfang - als eigenständiges Unternehmen. Denn das Geschäft mit Dienstleistungen aus dem Web hat riesige Potenziale. In ein paar Jahren werden unsere Computer weitgehend mit Programmen und Diensten arbeiten, die wir aus dem Netz abrufen - von der Buchhaltung bis zum digitalen Fotolabor. Da gibt es für Yahoo viel zu holen, schließlich ist die Firma noch immer die Nummer zwei unter den Suchmaschinen weltweit.

Voraussetzung ist, dass der jüngst beschlossene Jobabbau zurückgenommen wird. Das Personal wird gebraucht, um Geschäfte zu entwickeln. Ein neuer Yahoo-Chef der den Weg geht, hat das Zeug dazu, in die Rolle des Superhelden zu schlüpfen.

Eine Übernahme durch Microsoft hingegen würde die Zerschlagung von Yahoo bedeuten, denn der Software-Riese ist lediglich an der Suchmaschine interessiert.

Autor:  FRANK-THOMAS WENZEL
Datum:  6 | 11 | 2008
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