kalaydo.de Anzeigen

Kommentar: Human pflegen

Wer die Zustände in den Heimen kennt, weiß wie unwürdig viele pflegebedürftige alte Menschen hausen müssen. Der Mindestlohn löst nicht alle Probleme. Von Roland Bunzenthal

Roland Bunzenthal ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Roland Bunzenthal ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Es ist die von der Beschäftigtenzahl her größte Branche, mit weiterem Wachstumspotenzial. Es ist eine für den humanen Umgang miteinander wichtige Branche. Und es ist ein Zweig mit Menschen, die viel leisten, aber nur wenig dafür bekommen. Genug gerätselt, es handelt sich um die Pflegeberufe. Ob im Altenheim (das ab einer bestimmten Preisklasse Senioren-Stift heißt) oder in der ambulanten Pflege per Stoppuhr (Hilfe beim Gang ins Bad: zwei Minuten 16 Sekunden): Pflegekräfte, die ihren Beruf ernst nehmen, sind unterbezahlt und überfordert.

Jetzt haben sich die Tarifparteien nach monatelangem Gerangel zwischen Hilfswerken, Gewerkschaftern und Staatsbeamten geeinigt. Es wird den lang geforderten Mindestlohn geben - nicht üppig, aber besser als nichts. Manche Organisation befürchtet zwar, dass ihr eigenes Vergütungsschema dadurch nach unten eben in Richtung Mindestlohn rutscht, aber mit diesem Risiko muss man leben.

Wer die Zustände in den Heimen kennt, weiß wie unwürdig viele pflegebedürftige alte Menschen hausen müssen. Nun kann man humanen Umgang nicht per Gesetz oder Tarif verordnen. Allenfalls ein gewisser Anreiz durch adäquate Vergütungen ist realistisch. Eigentlich müssten mehr Kräfte eingestellt, ausreichend geschult und mit genügend Zeit ausgestattet werden.

Doch das kostet alles Geld und das hat die defizitäre Pflegekasse nicht. Beiträge senken und zugleich höhere Anstrengungen von den Pflegern zu verlangen, passt nicht zusammen. Was hilft, wäre ein Dauerzuschuss vom Bund für die gesellschaftliche Aufgabe humaner Pflege.

Autor:  Roland Bunzenthal
Datum:  26 | 3 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.


Faktencheck
Zurück zur Drachme um den Euro zu retten?

Griechenland steht im Ruf, über seine Verhältnisse gelebt zu haben. Mythen über die Ursachen der Krise.

Fotostrecke
Forum Entwicklung
Das Forum Entwicklung ist eine Veranstaltungsreihe von FR, Giz und HR-Info.

Am 31. Mai diskutiert FR-Redakteur Tobias Schwab mit Fernsehköchin Sarah Wiener und weiteren Gästen das Thema "Wer verdient am Kaffee?"

Faktencheck
Steigende Beiträge zur Sozialversicherung - die Zukunft?

Was würde passieren, wenn Deutschland ein Sparpaket bewältigen müsste wie Griechenland? Ein erschreckendes Szenario.

Ressort

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.


Anzeige

Tops und Flops in der Wirtschaft

Anzeige

 

Video

  • 6.339,94 Pkt. +24,05 (+0,38%)
  • 10.196,44 Pkt. -35,08 (-0,34%)
  • 752,47 Pkt. +0,62 (+0,08%)
  • 8.580,39 Pkt. +17,01 (+0,20%)
  • 1,2512 USD -0,0003 (-0,02%)
in Zusammenarbeit mit Finanzen100.de
Weblog

Ob mit Bahn oder Auto, Fahrrad oder zu Fuß - Pendler leiden morgen für morgen geduldig. Bisher. Nun reden sie. Im FR-Pendlerblog.

Brutto / Netto Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
Anzeige

Finden Sie jetzt gezielt den richtigen Partner für eine glückliche Beziehung. So wird Ihre Partnersuche ganz einfach.

ANZEIGE
- Business
- sonstiges
- Kauftipps!