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22. November 2012

Kommentar: ICE-Chaos wird zur Blamage für Siemens

 Von Thomas Magenheim-Hörmann
Siemens vergrault den Großkunden "Deutsche Bahn" immer mehr.  Foto: dapd

Siemens-Chef Peter Löscher hat sein ICE-Versprechen an die Deutsche Bahn gebrochen. Der Großkunde muss ohne Zugreserve mit ungewissem Ausgang in den frostigen Winter fahren, weil Siemens nicht in der Lage ist, rollendes ICE-Material zu liefern.

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Die Blamage für den Technologiekonzern, der seine Technologie offenkundig nicht im Griff hat, ist perfekt. Die neuen ICE-Züge sind nicht das einzige Großprojekt, das bei den Münchnern aus dem Ruder läuft. Ein vergleichbares Debakel spielt sich bei der bislang gefloppten Anbindung von Windparks in der Nordsee an das Stromnetz ab.

Mit Blick auf sein Versprechen, die Bahn werde zumindest die Hälfte der 16 ICE-Züge, die eigentlich schon seit einem Jahr fahren sollten, Anfang Dezember erhalten, ist die Blamage für Löscher auch eine persönliche. Und sie wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf das jüngst verkündete Kostensenkungsprogramm. Eine der sechs Milliarden Euro, die es umfasst, wollen die Bayern dadurch einsparen, dass sie Aufträge künftig verlustfrei abwickeln und nicht mehr versprechen als sie später halten können.

Die Nordseewindparks und ICE-Züge zeigen schmerzhaft, wie bitter nötig das ist. Technische Expertise und Kalkül mit Augenmaß lässt sich aber nicht einfach von oben verordnen. Dazu ist spezifisches Know how und gutes Managen die unabdingbare Basis. An beidem mangelt es bei Siemens zumindest punktuell immer wieder.

Ein Sparprogramm, das primär auf Renditen zielt, ist nicht gerade der Hebel, mit dem man solche Fehler beseitigt oder sie in Zukunft unmöglich macht. Das gilt vor allem für die Zugsparte von Siemens, wo technische Probleme gravierenden Ausmaßes nicht zum ersten Mal auftreten. Vor einigen Jahren sorgten Trambahnen für ein vergleichbares Desaster. Gelernt hat Siemens daraus offenkundig wenig.

Bislang ist der Konzern bei der Deutschen Bahn quasi Hoflieferant. Das muss nicht so bleiben. So wie die Münchner versuchen im Revier vor allem der französischen der Konkurrenz zu wildern, dürfte sich diese von den technischen Unzulänglichkeiten von Siemens ausgerechnet am Heimatmarkt angelockt fühlen. Bekommen die Bayern ihre ICE-Probleme nicht rasch in den Griff, könnte das größere Konsequenzen haben als hohe Vertragsstrafen und Imageverlust. Dann ist der Zug für Siemens zumindest auf der Schiene irgendwann abgefahren.

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