Die Blamage für den Technologiekonzern, der seine Technologie offenkundig nicht im Griff hat, ist perfekt. Die neuen ICE-Züge sind nicht das einzige Großprojekt, das bei den Münchnern aus dem Ruder läuft. Ein vergleichbares Debakel spielt sich bei der bislang gefloppten Anbindung von Windparks in der Nordsee an das Stromnetz ab.
Mit Blick auf sein Versprechen, die Bahn werde zumindest die Hälfte der 16 ICE-Züge, die eigentlich schon seit einem Jahr fahren sollten, Anfang Dezember erhalten, ist die Blamage für Löscher auch eine persönliche. Und sie wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf das jüngst verkündete Kostensenkungsprogramm. Eine der sechs Milliarden Euro, die es umfasst, wollen die Bayern dadurch einsparen, dass sie Aufträge künftig verlustfrei abwickeln und nicht mehr versprechen als sie später halten können.
Ein ICE der ersten Generation in Hamburg. Mit den ursprünglich 60 ICE1-Zügen läutete die Bahn im Sommer 1991 das Hochgeschwindigkeitszeitalter auf Deutschlands Schienen ein.
Foto: dapdDie Nordseewindparks und ICE-Züge zeigen schmerzhaft, wie bitter nötig das ist. Technische Expertise und Kalkül mit Augenmaß lässt sich aber nicht einfach von oben verordnen. Dazu ist spezifisches Know how und gutes Managen die unabdingbare Basis. An beidem mangelt es bei Siemens zumindest punktuell immer wieder.
Die Bahn in Hessen sieht sich für den Winter gerüstet. Sobald die Temperatur unter den Gefrierpunkt sinkt, sorgen Frostwachen dafür, dass Regionalzüge auch nach stundenlanger Pause wieder pünktlich losfahren können.
Foto: dapdEin Sparprogramm, das primär auf Renditen zielt, ist nicht gerade der Hebel, mit dem man solche Fehler beseitigt oder sie in Zukunft unmöglich macht. Das gilt vor allem für die Zugsparte von Siemens, wo technische Probleme gravierenden Ausmaßes nicht zum ersten Mal auftreten. Vor einigen Jahren sorgten Trambahnen für ein vergleichbares Desaster. Gelernt hat Siemens daraus offenkundig wenig.
Bislang ist der Konzern bei der Deutschen Bahn quasi Hoflieferant. Das muss nicht so bleiben. So wie die Münchner versuchen im Revier vor allem der französischen der Konkurrenz zu wildern, dürfte sich diese von den technischen Unzulänglichkeiten von Siemens ausgerechnet am Heimatmarkt angelockt fühlen. Bekommen die Bayern ihre ICE-Probleme nicht rasch in den Griff, könnte das größere Konsequenzen haben als hohe Vertragsstrafen und Imageverlust. Dann ist der Zug für Siemens zumindest auf der Schiene irgendwann abgefahren.
Die Enttarnung geheimer Geschäfte in Steueroasen beschäftigt Politik und Wirtschaft. Berichte und Hintergründe finden Sie in der Offshore Leaks-Themensammlung.
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22% | Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen. |
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67% | Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht. |
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11% | Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend. |

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