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Kommentar: Insolvenz darf nicht die Alternative sein

Der Endspurt läuft auf zwei Investoren zu: Magna und Fiat. Allein an 300 Millionen zusätzlichem Finanzbedarf darf das Ganze nicht scheitern. Was nun? Von Christine Skowronowski

Christine Skowronowski ist Wirtschaftsredakteurin der Frankfurter Rundschau.
Christine Skowronowski ist Wirtschaftsredakteurin der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Schade, dass nicht mehr herausgekommen ist bei dem Opel-Gipfel. Weder die Brückenfinanzierung steht, noch ist ein Investor ausgeguckt worden. Deshalb müssen die Beschäftigten weiter bangen. Zumindestens eines steht fest.

Der Endspurt läuft auf zwei Investoren zu, nämlich Magna und Fiat. Allein an 300 Millionen zusätzlichem Finanzbedarf darf das Ganze nicht scheitern. Was nun?

Wahrscheinlich wird die Bundesregierung nicht umhin kommen, sich vorübergehend am europäischen Geschäft zu beteiligen. Schließlich hat die US-Regierung selbst sich auch bei der Opel-Muttergesellschaft GM engagiert.

Die Insolvenz von Opel kann und darf nicht die Alternative sein. Sie würde das Aus für das Unternehmen und die 50 000 Beschäftigten in Europa bedeuten. Am Freitag muss eine Lösung gefunden werden. Die Beschäftigten haben Opfer zugesagt.

Magna will die Belegschaft einbinden und hat nach Aussage von Hessens Ministerpräsident Roland Koch ein schlüssiges Konzept vorgelegt. Opel verfügt über zukunftsweisende Technologien. All das sind gute Voraussetzungen, um das Unternehmen zu erhalten.

Abtrennung von GM erreicht

Die Beschäftigten bei Opel dürften zunächst einmal erleichtert aufgeatmet haben. Eine wichtige Hürde für die Rettung ihres Arbeitgebers ist aus dem Weg geräumt. Die Muttergesellschaft hat den Weg frei gemacht für eine Abtrennung vom europäischen Geschäft.

Das ist gut so und kommt gerade noch zur rechten Zeit, bevor GM Gläubigerschutz unter den besonderen Bedingungen des US-Rechts sucht. Ohne diesen Beschluss wäre der Weg in die geplante eigenständige Europa AG erheblich schwieriger geworden, wahrscheinlich sogar unmöglich gewesen.

Denn das Risiko hätte bestanden, dass das Europa-Geschäft dem schlechten Teil von GM zugeordnet und abgewickelt, Opel also scheibchenweise verscherbelt worden wäre.

Dies ist nun vorerst abgewendet. Allerdings sind damit längst nicht alle Probleme gelöst.

Ein Investor muss ausgewählt werden, der Opel in der Eigenständigkeit zum Erfolg führt. Und dies wird auf keinen Fall ohne eine harte Sanierung geschehen. Alle bisherigen Investoren haben angekündigt, dass sie Stellen streichen werden. Und auch Werksschließungen sind nicht ausgeschlossen. Denn die Überkapazitäten in der globalen Autoindustrie lassen sich nicht wegreden.

Der Konkurrenzkampf ist beinhart geworden. Überleben wird nur, wer ein erfolgreiches Konzept verfolgt und dabei vor allem umweltschonende Technologien vorantreibt. Bei Opel gibt es vielversprechende Ansätze dafür, aber ein "Weiter so" kann und darf es nicht geben.

Der Staat tut gut daran, einer Europa-Opel AG den Start zu ermöglichen, danach ist aber das Unternehmen ganz allein gefordert. Es steht noch ein steiniger Weg bevor.

Autor:  CHRISTINE SKOWRONOWSKI
Datum:  28 | 5 | 2009
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