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Kommentar: Kürzen

Die Solarförderung muss spürbar gesenkt werden. Die vorgeschlagenen 16 Prozent sind schon ein deutliches Zugeständnis, garantieren sie doch zweistellige Renditen. Von Frank-Thomas Wenzel

Frank-Thomas Wenzel ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Frank-Thomas Wenzel ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Was soll das? Der Bundesrat hat die Kürzung der Solarförderung gestoppt. Dabei wissen die Vertreter der Länder doch, dass sie damit den Beschluss letztlich nicht verhindern können. Die Vertreter der Länder hoffen nun auf Umfaller im schwarz-gelben Lager. Wenn sie sich da nicht gründlich täuschen. Denn die Debatte über die Kürzungen der Einspeisevergütungen hat einen Boom bei Solaranlagen gezeitigt.

Hauseigentümer, die hurtig ihre Anlage ans Netz anklemmen, sichern sich die hohe alte Vergütung. Doch des Anlagenbetreibers Freud ist des Stromkunden Leid. Massig mehr Solarstrom bedeutet höhere Umlagen für alle. Denn das Erneuerbare-Energien-Gesetz legt fest: Verbraucher tragen die Differenz zwischen Vergütung und Marktpreis für Strom.

Je länger die Absenkung der Förderung herausgezögert wird, umso größer wird das Problem. Vermutlich werden wir im Herbst eine hitzige Debatte über massiv steigende Strompreise bekommen. Die Folge könnte sein, dass dann über ganz andere Dinge als ein paar Prozent Vergütung diskutiert wird. Schlimmstenfalls über einen Baustopp für Photovoltaik. Das wäre kontraproduktiv, würde die Sonnenbranche nachhaltig schädigen.

Deshalb brauchen wir so schnell wie möglich eine spürbare Absenkung der Vergütung. Die von der Regierung vorgeschlagenen 16 Prozent für Hausdachanlagen sind schon ein deutliches Zugeständnis, garantieren sie doch zweistellige Renditen - für 20 Jahre.

Autor:  Frank-Thomas Wenzel
Datum:  5 | 6 | 2010
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