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Kommentar: Lichtblick

Regenerative Energien sind auch für die deutschen Stromkonzerne zu einem willkommenen Geschäft geworden - sofern die Marge stimmt. Von Oliver Ristau

Oliver Ristau ist Wirtschaftskorrespondent der Frankfurter Rundschau in Hamburg.
Oliver Ristau ist Wirtschaftskorrespondent der Frankfurter Rundschau in Hamburg.
Foto: FR

Die Zeit reiner Mauertaktik ist vorbei. Regenerative Energien sind auch für die deutschen Stromkonzerne zu einem willkommenen Geschäft geworden - sofern die Marge stimmt. Versorger wie Eon und RWE investieren Milliarden in Windparks in Großbritannien, weil dort der Staat mehr für den Windstrom zahlt als etwa in Deutschland und gute Standorte noch zu finden sind.

Auch das eigentliche Kerngeschäft nuklearer und fossiler Stromerzeugung bedroht der Wind nicht, solange er im Strom-Mix nicht überhand nimmt. Imagefördernd sind Engagements für grünen Strom ja ohnehin, vor allem, wenn die Großkonzerne sonst nur als Atom- und Kohlekraft-Dinos oder Strompreisabzocker wahrgenommen werden.

Nun steht Eon vor dem Einstieg in das zukunftsträchtige Geschäft mit solaren Großkraftwerken. Die Technologie ist nach Jahren der Forschung ausgereift, Länder wie Spanien zahlen attraktive Einspeiseerlöse und die Form der zentralen Stromerzeugung passt ins Konzept. Denn die Spiegelkraftwerke, die aktuell in den Hochebenen der südspanischen Sierra Nevada entstehen, nutzen zur Energieumwandlung Dampf und Turbinen wie alle Großkraftwerke und sie können mit Erdgas kombiniert werden - und damit mit traditionellem Geschäft.

Dass das solare Engagement erneut im Ausland stattfindet, ist kein Zufall. In Deutschland streiten die Stromer politisch lieber für eine Atomkraft-Renaissance statt für eine Regenerativ-Offensive. Für die Solarbranche ist das angekündigte Investment trotzdem ein Lichtblick, weil mit Banken alleine solche Großprojekte derzeit nicht zu finanzieren sind.

Zu wirklichen Saubermännern wird es bei den traditionellen deutschen Stromern dennoch nicht reichen. Gemauert wird immer noch, wenn es um den radikalen Ausbau regenerativer Energien geht oder um dezentrale Technologien wie dem Solarstrom vom Dach, mit dem Hunderttausende Hausbesitzer mehr anzufangen wissen. Selbst wenn Eon wie geplant den regenerativen Anteil seines Kraftwerkparks bis 2015 auf zehn Prozent verdreifachen wird, läge der Konzern damit auf einem Niveau, das im ganz normalen deutschen Strom-Mix schon vor Jahren überschritten wurde.

Autor:  OLIVER RISTAU
Datum:  5 | 4 | 2009
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