Wer in die Broschüren der internationalen Saatgutkonzerne blickt, der erfährt schnell: Auch die Gentechnik wird den Hunger der Welt so schnell nicht abschaffen. In den Produkt-Pipelines finden sich Saaten, die der Hitze oder Dürre etwas besser trotzen, nicht gerade in der Realisierungsphase. Sondern in den Anfängen.
Das ist, sagen Kritiker wie die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz Beate Jessel, auch nicht weiter verwunderlich, zu komplex ist die Natur, um sie nicht nur nachzuahmen, sondern auch noch zu schlagen.
Obendrein haben in den vergangenen Wochen ganz andere Schlagzeilen das Thema Gentechnik auf dem Acker beleuchtet. Die Versuche, über die italienische, mehr aber noch österreichische Forscher berichten, müssen auch den heftigsten Verfechter der Laborsaaten ins Grübeln bringen. Denn das dürfte als bewiesen gelten: Der einzige in Europa zum Anbau zugelassene, seit langem umstrittene und sogar von Ex-Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer vorübergehend aus dem Verkehr gezogene Gen-Mais trifft nicht nur die am Mais nagenden Insekten. Er schädigt auch andere Lebewesen. Zu eindeutig sind die Belege.
Das bedeutet nun nicht das Aus für die Gentechnik auf dem Feld. Aber geradezu zwingend ist, dass Gen-Mais wenigstens um die ökologisch bedeutsamen Gebieten einen großen Bogen zu machen hat. Denn das sind immerhin Landschaften, die unser Naturerbe und damit auch unsere Zukunft beherbergen.
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