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Wirtschaft
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22. Juni 2009

Kommentar: Nervige Gerüchteküche

 Von CHRISTINE SKOWRONOWSKI
Christine Skowronowski ist Wirtschaftsredakteurin der Frankfurter Rundschau. Foto: FR

Was haben Opel und Porsche gemeinsam? Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Gerüchte über die beiden Häuser in die Welt gesetzt werden. Von Christine Skowronowski

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Was haben Opel und Porsche gemeinsam? Beide bauen Autos, aber beide Unternehmen gehören derzeit auch zu den beliebtesten Spekulationsobjekten. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Gerüchte über die beiden Häuser in die Welt gesetzt werden. Alles nur Hirngespinste von Journalisten? Mitnichten. Meldungen, die in der Regel nahezu postwendend dementiert werden, sind zuvor gezielt gestreut worden.

Bei Opel ist augenfällig, dass interessierte Kreise daran arbeiten, den bereits eingefädelten Deal mit dem kanadischen Autozulieferer Magna doch noch platzen zu lassen. Bei Porsche lieg der Verdacht nahe, dass von den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch "Informationen" lanciert werden, um die Verhandlungen mit dem Emirat Katar zu beeinflussen.

Das treibt Blüten wie die, dass Porsche und Daimler angeblich über eine Verbindung verhandeln. Warum sollte sich Daimler so eine Last ans Bein binden und vor allem: Wie sollte das Unternehmen, das ebenfalls mit den Folgen der Krise kämpft, diesen Deal überhaupt finanzieren?

Solange sowohl bei Opel als auch bei Porsche keine Entscheidungen gefallen sind, werden die Spekulationen anhalten. Dessen sollten sich die Entscheidungsträger bewusst sein. Die Leidtragenden der Hängepartie sind die Beschäftigten in den beteiligten Unternehmen , deren Nerven über Monate stark strapaziert werden.

Die vernünftigste Lösung wäre: Volkswagen übernimmt Porsche und integriert den Sportwagenbauer als zehnte Marke, damit endlich Schluss ist mit dem Hickhack. Wie sich in den vergangenen drei Jahren gezeigt, birgt die Alternative, dass der David den Goliath beherrscht, zuviel Konfliktstoff vor allem mit den mächtigen Betriebsräten von Europas größtem Autobauer.

Auch ökonomisch macht die umgekehrte Variante mehr Sinn. Porsche braucht VW, da das Unternehmen die Entwicklungskosten nicht alleine stemmen kann. VW braucht aber nicht unbedingt Porsche. Die VW-Übernahme von Porsche hätte jedoch personelle Konsequenzen. Chef Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter müssten sich neue Jobs suchen oder auch nicht. Für einen Dauerurlaub in der Karibik reichen ihre bislang kassierten Millionen allemal.

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