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Kommentar: Streit gefällig?

Nur wenigen Arbeitslose gelingt es, über Leiharbeit eine feste Stelle zu ergattern. Verwunderlich ist das nicht. Für Firmen gibt es gute Gründe, Zeitarbeiter nicht fest einzustellen. Von Eva Roth

Eva Roth ist Wirtschaftsredakteurin der DuMont-Redaktionsgemeinschaft.
Eva Roth ist Wirtschaftsredakteurin der DuMont-Redaktionsgemeinschaft.
Foto: fr

Nur wenigen Arbeitslose gelingt es bislang, über Leiharbeit eine feste Stelle zu ergattern. Verwunderlich ist dieses Ergebnis einer neuen Studie nicht. Den für Unternehmen gibt es derzeit gute Gründe, Zeitarbeiter nicht fest einzustellen: Sie verdienen im Schnitt 15 Prozent weniger als Festangestellte. Wenn die Firma Personal abbauen muss, kann sie sich einfach von den Leuten verabschieden. Teure Sozialpläne mit Abfindungen sind nicht nötig.

Was ist also zu tun? Kluge Politiker würden den Grundsatz "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" gesetzlich verankern, zumindest nach einer Einarbeitungszeit. Das ist ein Gebot der Fairness. Die Unternehmen könnten die Zeitarbeiter weiter nach Belieben einsetzen - ohne gleichzeitig die Löhne zu drücken. Wenn ihnen die Sache zu teuer wird, weil die Zeitarbeitsfirma auch noch was verdienen will, können sie Beschäftigte befristet einstellen. Oder die Arbeitszeiten ihrer Belegschaft in der Flaute senken. Die Betriebe blieben flexibel. Ein Mindestlohn für die Zeitarbeit genügt nicht. Der würde die Lohnkluft nicht beseitigen.

Wenn die Bundesregierung das Equal-Pay-Prinzip nicht festschreibt, wird es auch nicht weitergehen wie bisher. Dann wird es eben in vielen Betrieben Konflikte geben. Denn Lohndumping via Leiharbeit ist inzwischen ein Politikum geworden. Die Gewerkschaften werden versuchen, möglichst oft Verbesserungen durchzusetzen. Die Öffentlichkeit wird sie unterstützen, Schlecker lässt grüßen. Kluge Politiker werden versuchen, solche Konflikte zu vermeiden.

Autor:  Eva Roth
Datum:  29 | 6 | 2010
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