Trotz weltweiter Krise ist das Selbstbewusstsein von Arbeitnehmern offenbar nicht völlig verschwunden. Die Beschäftigten von Ford in den USA haben das unter Beweis gestellt und schlichtweg Nein gesagt. Nein zu einem neuen Sparplan, der ihnen abverlangt werden sollte, obwohl der Konzern wieder Gewinne einfährt. Das ist ein wichtiges Signal über die Firmengrenzen des Autobauers hinaus.
Denn weltweit müssen Arbeitnehmer aufpassen, dass ihnen durch die Krise nicht über Gebühr Opfer abverlangt werden. Opfer, die nicht mehr rückgängig zu machen sind, wenn es wieder aufwärts geht. Denn ansonsten profitierten davon nur die Aktionäre, die für das jahrelange Missmanagement verantwortlich sind, sowie die heutigen Manager, deren Bezahlung vom Gewinn abhängt. Kontrolle ist da auf jeden Fall besser.
Auch die Opelaner tun gut daran, ihren gerade zugesagten Sparbeitrag an Bedingungen zu knüpfen. Vor allem an die, mit zehn Prozent an New Opel beteiligt zu werden und in Unternehmensentscheidungen künftig eingebunden zu sein. Somit haben sie zumindest einen Fuß in der Tür, wenn wieder etwas in dem Unternehmen schief läuft. Die Opelaner haben sich von den Kassandrarufen rund um Opel nicht einschüchtern lassen und bislang auch europaweit nicht auseinanderdividieren lassen.
Bei Ford in den USA hat das Aufbegehren der Beschäftigten aber noch eine andere Folge: Die einst mächtige Autogewerkschaft UAW wird kräftig abgewatscht. Denn sie hatte den neuen Sparbeitrag mit den Arbeitgebern bereits ausgehandelt und offenbar als Folge der veränderten ökonomischen Lage des Unternehmens nicht in Frage gestellt. Dabei hätte sich die UAW durchaus ein Hintertürchen offen halten können. Denn bereits vor drei Wochen, als der Vertrag für die neue Sparrunde unterzeichnet wurde, zeichnete sich ab, dass es bei Ford aufwärts geht.
Wettbewerbsfähiger werden Unternehmen nicht allein durch Lohnverzicht ihrer Belegschaft. Selbst, wenn die Beschäftigten umsonst arbeiteten, würde das nichts nutzen, solange die Produkte schlecht sind und sie niemand haben will.
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