Firmengründer, Mark Zuckerberg, 27, musste jetzt endlich Zahlen auf den Tisch legen. Bislang entpuppte er sich nämlich als Geheimniskrämer, wenn Interessierte genauer wissen wollten, wie es denn wirtschaftlich um die Firma steht.Nun lässt sich sagen: Der 1. Februar 2012 war ein historischer Tag für Facebook, ein Tag der offenen Tür und ein Tag der großen Zahlen: Zuckerbergs Geschäftsführerin Sheryl Sandberg erhält 31 Millionen Dollar pro Jahr, 845 Millionen aktive Nutzer hat das Portal pro Monat, die 2,7 Milliarden Kommentare pro Tag abgeben.
In rund acht Jahren hat Facebook es von einem Studenten-Projekt zum Milliarden-Unternehmen geschafft und wird als baldiger Börsenstar gehandelt. Die Meilensteine auf diesem Weg.
Mark Zuckerberg und seine Mitgründer starten Facebook in ihrem Studentenwohnheim an der Elite-Uni Harvard. Es ist eine Art digitales Jahrgangs-Buch für Studenten. Zuckerbergs Kommilitonen Tyler und Cameron Winklevoss klagen später mit dem Vorwurf, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen.
Der Dienst wird von Harvard auf die Universitäten Stanford, Columbia und Yale ausgeweitet.
Das spätere Grundelement von Facebook - die Pinnwand - kommt dazu.
Facebook hat rund eine Million Nutzer.
Der Investor Accel Partners steckt 12,7 Millionen Dollar in die Firma. Facebook wird dabei mit 100 Millionen Dollar bewertet.
Facebook hat mehr als 5,5 Millionen Nutzer.
Nach dem Fokus auf Unis und Schulen öffnet Facebook die Türen für alle.
Facebook hat mehr als 12 Millionen Nutzer.
Facebook hat mehr als 50 Millionen Nutzer. Microsoft zahlt 240 Millionen Dollar für einen Anteil von 1,6 Prozent – die Bewertung erreicht damit 15 Milliarden Dollar.
Facebook sorgt für einen Aufschrei bei den Nutzern mit dem Dienst `Beacon", der Einkäufe automatisch den Freunden anzeigt. Facebook Ads bringen mit einem S Selbstbedienungssystem Werbung ins Netzwerk.
Facebook einigt sich mit den Winklevoss-Zwillingen auf einen Vergleich, der inzwischen mehr als 100 Millionen Dollar wert ist. Sie wollen später erfolglos mehr.
Die deutsche Facebook-Version startet.
Facebook hat 100 Millionen Nutzer.
Facebook Connect verknüpft den Dienst mit vielen Webseiten im Netz.
Facebook führt den „Gefällt mir“-Button ein. Inzwischen gibt es jeden Tag 2,7 Milliarden „Likes“ und Kommentare.
Facebook hat mehr als 200 Millionen Nutzer.
Der russische Investor DST steckt 200 Millionen Dollar in Facebook - bei einer Firmenbewertung von 10 Milliarden Dollar.
Facebook hat mehr als 350 Millionen Nutzer.
Facebook hat mehr als 500 Millionen Nutzer.
Goldman Sachs und DST bekommen für 500 Millionen Dollar ein Prozent an Facebook.
Facebook hat mehr als 750 Millionen Nutzer.
Der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert will den „Gefällt-mir“-Button und Fanseiten von Unternehmen stoppen - trifft jedoch auf wenig Resonanz.
Fünf Milliarden Dollar will Facebook mit den Aktien erlösen, die nun verkauft werden. Analysten trauen dem Paket sogar einen Börsenwert von zehn Milliarden Dollar zu, womit Facebook insgesamt mit 100 Milliarden Dollar bewertet würde. Solche Zahlen regen die Fantasie der Anleger an. Der Run auf die Papiere dürfte am ersten Handelstag groß sein.
Doch Vorsicht ist der bessere Ratgeber. Bei einem Nettogewinn von einer Milliarde Dollar, wie ihn Facebook vergangenes Jahr erzielt hat, ist ein Börsenwert von 100 Milliarden Dollar völlig übertrieben. Zieht man „übliche“ Bewertungsmaßstäbe heran, müsste der Gewinn wenigstens sieben bis acht Milliarden Dollar liegen. Davon ist Facebook meilenweit entfernt. Für Investoren ist Facebook die Jahrhundertwette. Sie setzen darauf, dass das Unternehmen seine Reichweite künftig hocherfolgreich zu Geld machen und dem Platzhirsch Google den Rang ablaufen wird.
Auch Facebook-Gründer Zuckerberg sieht sich schon in der Riege der ganz Großen angekommen. Vergangenes Jahr verdiente er 1,5 Millionen Dollar. Ab 2013 will Zuckerberg aber nur noch ein Jahresgehalt von einem Dollar beziehen und ansonsten von seinen Aktien leben – genauso wie es der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs auch gemacht hatte. Es scheint ganz so, als ob sich derzeit zu viele Beteiligte von den astronomischen Zahlen den Kopf verdrehen lassen.
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