Egal, wer am Ende bei Karstadt zum Zuge kommt, eines steht fest: Es werden Filialen geschlossen werden müssen, und es wird zum Abbau von Stellen kommen. Das geringe Interesse von Investoren hat noch einmal deutlich gezeigt, dass die Gläubigerversammlung nicht wählerisch sein kann.
Am Ende ist Karstadt wahrscheinlich besser bedient, wenn es doch zur Notlösung kommt und das Highstreet-Vermieterkonsortium um Goldman Sachs die Warenhäuser übernimmt. Denn die US-Bank Goldman plant über kurz oder lang, Karstadt mit Kaufhof, den Häusern des Konkurrenten Metro, zu einer Deutschen Warenhaus AG zu fusionieren.
Experten sind sich schon seit längerer Zeit einig, dass nur eine begrenzte Anzahl von Warenhäusern in Deutschland eine Überlebenschance hat. Die Prognosen reichen von 70 bis etwa 120 Filialen (für Karstadt und Kaufhof zusammen) mit Potenzial, vor allem in größeren Städten. Bisher sind es zusammen 233 Häuser.
Damit aus dem Auslauf- ein Zukunftsmodell Warenhaus wird, muss der Käufer vor allem willens sein, zu investieren, auch wenn das anfangs noch Verluste bedeutet. Der Triton nachgesagte Betrag in Höhe von 60 Millionen Euro ist zu gering angesichts des massiven Investitionsstaus.
Vor allem aber muss sich der Käufer endlich von dem "Alles für jeden"-Konzept verabschieden und das Warenhaus neu ausrichten: Zum Beispiel über ein besonderes Sortiment oder mehr Service. Nur dann haben Karstadt und Kaufhof eine Chance gegen die Konkurrenz von Discountern einerseits und Spezialisten andererseits.
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