So schnell kann es gehen: Vorige Woche dementierte Fiat-Präsident Luca Cordero di Montezemolo ein Interesse an Opel noch mit den klaren Worten: No, no, no. Nun soll eine Absichtserklärung für einen mehrheitlichen Einstieg noch in der nächsten Woche unterschrieben werden.
Eine Verbindung von Fiat und Opel wäre ein Wahnsinn. Sollte die Bundesregierung auch nur erwägen, eine solche dem Tode geweihte Ehe mit Bürgschaften zu unterstützen, würde das einmal mehr beweisen, dass sie vom Autogeschäft keinen blassen Schimmer hat.
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Fiat und Opel überschneiden sich auf allen Gebieten, wenn man mal von den Nischenprodukten Maserati und Ferrari absieht. Angesichts der ohnehin vorhandenen Überkapazitäten sind die Folgen auch für Nicht-Autoexperten einsichtig: Werksschließungen und massiver Arbeitsplatzabbau. Und das würde im Wesentlichen Opel treffen.
Das ist Fiat-Spitzenmanager Marchionne offensichtlich egal. Denn das Unternehmen hat derzeit ein Problem. Es erhält von den Banken kein Geld mehr, ist aber bereits mit schätzungsweise rund 14 Milliarden Euro verschuldet. Mit Opel käme es an Staatsgeld heran.
Überdies würde Fiat mit Opel und dem geplanten Einstieg beim US-Autobauer Chrysler eine Größe erreichen, mit der das Unternehmen nicht so ohne weiteres untergehen könnte. Der Druck auf die italienische Regierung würde wachsen, für Unterstützung von Fiat zu sorgen. Das führt Marchionne im Schilde.
Die Bundesregierung darf nicht zulassen, dass Opel Mittel für solche Zwecke wird. Es gibt andere Interessenten, investieren sie nicht bald, sollte sich Berlin endlich zu einer vorübergehenden Staatsbeteiligung durchringen.
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