Ist der Ruf mal ruiniert, lebt's sich weiter ungeniert. Das Sprichwort mag zwar seine Gültigkeit für eigenwillige Lebensstile mancher Menschen haben. Im beinharten Wettbewerb der internationalen Autoindustrie gelten andere Gesetze. Vor allem zwei Unternehmen sind gerade dabei, ihren Ruf unverantwortlich zu ruinieren: Toyota und Opel.
Der einstige japanische Musterknabe verheddert sich bei seiner Pannenserie in immer größere Ungereimtheiten: Wann wusste das Unternehmen von Fehlern an Fahrzeugen? Wie zeitnah und umfassend informierte Toyota die Öffentlichkeit?
Chrysler und GM schlingern, Opel braucht Hilfe. Porsche und VW kämpfen lange gegen- statt miteinander. Zulieferer leiden mit. Viele Jobs wackeln. Spezial: Krise der Autobauer
Vertuschung ist ein böses Wort. Aber es sieht immer mehr danach aus, dass dies der wahre Beweggrund für die Verzögerungstaktik bei den Rückrufaktionen war. Das Vertrauen misstrauischer Kunden im hochsensiblen Autogeschäft zurückzugewinnen, ist äußerst schwierig und geht gehörig ins Geld.
Dies braucht Opel dringend, um wieder eine realistische Überlebenschance zu erhalten. Doch die alte und neue Muttergesellschaft General Motors verschleppt die dringend nötige Restrukturierung - öffentlichkeitswirksam seit Herbst 2008 - tatsächlich seit Jahren.
Dass die GM-Führung sich die Akut-Sanierung allein vom Steuerzahler und der Belegschaft in Europa bezahlen lassen will, ist ein Skandal. Zumal sie mit halbgaren Sanierungskonzepten Regierungen und Beschäftigte an der Nase herumführt. Das merkt irgendwann auch der letzte Kunde. Die Politiker in Opel-Ländern müssen GM zu einem eigenen finanziellen Sanierungsbeitrag zwingen. Alles andere käme einem Sterben auf Raten gleich.
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