Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Die Geschäftsführer der deutschen Stadtwerke sind aufgewacht. Jahrzehntelang haben sie sich - mehr oder weniger freiwillig - immer stärker in die Abhängigkeit von den vier großen Stromkonzernen ( Eon, RWE, Vattenfall, EnBW) treiben lassen.
Und wenn der mächtige Stromlieferant die Preise erhöhte, gaben die Stadtwerke gaben sie nebst eines Zuschlags an die Kunden einfach weiter. Schließlich mussten mit den Einnahmen aus dem Energiegeschäft auch noch Hallenbäder oder Buslinien finanziert werden.
Jetzt bricht das Kartell auf. Weil Kunden meutern, weil Kommunen händeringend nach neuen Einnahmequellen suchen, weil neue dezentrale Technologien größere Unabhängigkeit von den Erzeugern von Strom aus Kohle und Kernkraft ermöglichen.
Liebe Geschäftsführer in den Stadtwerken: Nutzen Sie diese Chancen, die riesengroß sind. Bei einzelnen Beteiligungen an Projekten dürfen Sie nicht stehen bleiben. Nehmen Sie sich die Sparkassen als Vorbild.
Gründen Sie eine Dachmarke, die bundesweit agiert. Die könnte Wind- und Solaranlagen betreiben, Geothermie, Kraft-Wärme-Kopplung und Biogas-Projekte systematisch vorantreiben. Je nachdem, was an den jeweiligen Standorten am günstigsten ist. Und was spricht dagegen, nicht auch den nächsten Schritt zu gehen: Eine Tochter der Stadtwerke-Holding könnte in den Anlagenbau einsteigen.
Die Effekte, die damit zu erzielen sind, lassen sich gar nicht hoch genug einschätzen. Die Stadtwerke werden auf eine neue ökonomische Basis gestellt, die helfen kann die Finanznot der Kommunen merklich zu lindern.
Am Energiemarkt kann mächtige Konkurrenz zu den großen Vier entstehen. Das werden dann auch die Kunden mit sinkenden Preisen zu spüren bekommen.
Die Pointe an der Geschichte: Das ist alles nichts Neues. Die Wurzeln von RWE, Eon und Co. liegen auch in Verbünden kommunaler Unternehmen. Doch die Wurzeln wurden gekappt, die Versorger wurden privatisiert und börsentauglich gemacht. So weit darf es nicht noch einmal kommen. Die Kommunen müssen die Kontrolle behalten.
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